Adam & Eva

Alexa-Dating: Love is in the cloud

Alexa

Vor kurzem schrieb der Raabler über die segensreiche wie raffinierte Erfindung des Refrigerdatings. Keine Frage, eine längst überfällige Ergänzung zu den allseits bekanten Kupplerbörsen in den unendlichen Weiten des Internets. Der Markt kommt endlich in Bewegung. Zeit für etwas Neues fernab der Fake-Profil-Problematik. Kühlschränke können nicht lügen, oder doch? Doch, weil z.B. auch in diesem Fall das verlockende Instrumentarium von Photoshop zum Manipulieren bereit steht. Oder Single-Frau/Single-Mann grad unheimlich viel Zeit haben, die jeweiligen Gefriereinheiten keimfrei, variantenreich, phantasievoll und dating-konform analog zu bepacken. Eben so, wie’s sonst nie aussieht. Höchstens bei Mutti. Leute, Leute…

refrigerdating

Samsung kann sich allerdings schon sehr bald mit seiner gut gemeinten Promotion-Idee wieder hinlegen. Stattdessen blasen Alexa und Konsorten zum gewaltigen Angriff auf die Partnervermittlungsindustrie. Ein unglaublich umfangreicher Dating-Datenschatz aus cloudbasierten Informationen wartet auf seine adäquate Weiterverarbeitung. Wer tagtäglich ungefiltert und ungehemmt Gespräche, Ansagen, Fragestellungen, Wünsche und Durchsagen aller Couleur aus dem heimeligen Wohn- und Schlafzimmer digital und freiwillig mitschneiden lässt, sollte auch in Form von maßgeschneiderten Partnerschaftsvorschlägen belohnt werden.

Zeit sparen beim Dating

Darum freut sich Raabler Rolfn, dass eine naheliegende Idee Konturen bekommt. Zukünftig muss niemand mehr elendig lange Profile in den Dating-Portalen anlegen, um seinen Traumpartner zu finden. Diesen ganzen Fragenwust zu Hobbies, Beruf, Sport, Vorlieben, Abneigungen, Musikgeschmack, Lieblingsfilme, Lieblingsessen, Lieblingsorte, Lebenseinstellungen etc. auszufüllen kostet vor allem dann besonders viel Zeit und Kraft, wenn man sich zum eigenen Vorteil einen zurechtlügen muss. Wer kennt das nicht?

Ich parshippe jetzt

Mit den internetbasierten, persönlichen Sprachassistenten vereinfacht sich die gewünschte Kontaktanbahnung dramatisch. Mann/Frau lebt in den eigenen vier Wänden einfach nur weiter vor sich hin und labert den gewohnten Dünnschiss mit dem intelligenten Blechkameraden. Gut, wer sich als Single auf parship-Niveau sieht und dementsprechende Leute kennen lernen möchte, der labert natürlich nicht – der unterhält sich. Man achte auf den feinen Unterschied.

Die Betreiber der Spionagebüchsen müssen jetzt nur noch den relevanten Datensalat selektieren und damit ihre Single-sucht-Single-Softwaremodule füttern. Ein Prozess, der in Nano-Sekundenschnelle automatisiert über die Bühne geht. Menschenseelen wären in diesem workflow nur kontraproduktiv. Findet die Dating-Software in den Trilliarden von Bits und Bytes einen bestimmten prozentualen Anteil an Übereinstimmungen oder aber auch vielversprechenden Reibungspunkten (Motto: Gegensätze ziehen sich an) in den Profilen der Teilnehmer, so spukt der Computer entsprechende Matching-Vorschläge aus.

Man trifft sich zum Flirten in der Bar Burnout in Hamburg

Uber hilft beim Dating-Glück

Alexa & Co. setzen sich unmittelbar mit den jeweiligen Hausbewohnern in Verbindung, um zunächst einmal den Austausch von IP-Adressen (und den dahinter liegenden Basisinformationen wie Telefon-Nummer, E-Mail-Adresse etc.) zu initiieren. Ein Prozedere, wie man es von den herkömmlichen Dating-Portalen kennt. Nicht jedem liegt diese direkte und spontane Variante der Kontaktanbahnung. In diesem Fall wird den Singles empfohlen, dass sich zunächst einmal nur ihre jeweiligen Sprachboxen zum Kaffee verabreden.

Der Taxidienst Uber übernimmt die diskrete Abholung der hochempfindlichen Geräte von zuhause sowie deren Anlieferung zur Wunsch-Location. Dort unterhalten sich die beiden Alexas völlig unverkrampft bei Tisch und einem Cappuccino über die Vorlieben und Macken ihrer beiden Besitzer. Zudem könnten nicht ganz unwichtige Parameter wie z.B. Grundrissdaten, (Küchen)Möbelmarken, Werthaltigkeit der Einrichtungsgegenstände etc. zum Austausch gelangen. Sollte sich in diesem maschinellen Erstgespräch das bestätigen, was zuvor die Dating-Software theoretisch eruiert hatte, so steht einem ultimativen echten Treffen nichts mehr im Wege.

Sex-Roboter

Das ein derart akribisch vorbereitetes Treffen zweier füreinander bestimmter Menschen immer noch entsetzlich schief gehen kann, beweist das nachfolgende Video (“Lauch”) mit Martina Hill. Im übrigen arbeitet das Rabler gerade an einem Blogpost, der alles bisher Geschriebene zum Thema “Internet-Partnerbörsen” in den Schatten stellt. Sei gespannt. And stay tuned!

“Das Glück liegt in uns, nicht in den Dingen.”
( François de La Rochefoucauld, französischer Schriftsteller, 1613-1680)

Raabler-Blogpost:
Spielerfrau müsste man sein

Raabler-Web-Tipp:
Lauch – Knallerfrauen