Reise

Aperol, spritz!

Aperol

Na, also, geht doch! Nein, der Raabler spricht nicht von den abertausenden Meraner Hundebesitzern, die ihre hochbegabten Vierbeiner tagtäglich an der malerischen Passer zur Gassi-Runde ausführen. Mit der Überschrift sind die abertausenden Herren gemeint, die ihre aufgebrezelten Gattinnen in die sagenumwobene Laubengasse und den Sträßchen drumherum zum Chillen begleiten. Tagtäglich. Sehen und gesehen werden. Für einen gepflegten Aperitivo ist es nie zu früh. Was darf dabei auf keinen Fall fehlen? Richtig, der Aperol Spritz.

Merano

Dieses internationale Kultgetränk ist absolut nicht totzukriegen und kommt in seiner Verehrung und Bedeutung gleich nach der Erfindung des Klopapiers. Das konsumiert man ja schließlich auch jeden Tag. Nur kann man sich danach noch ohne schlechtes Gewissen hinters Lenkrad setzen. Was bei so manchem Urlauber-Paar im Aperol-Rausch bereits vor dem Mittagessen keine sinnvolle Option mehr darstellt.

Aperol – und der Mittagschlaf gehört dir

Der Raabler und seine beste Lebensgefährtin von allen bestaunen stets auf’s Neue die solide Trinkfestigkeit nicht weniger in entspannter Urlaubslaune befindlicher ZeitgenossenInnen um sich herum. Bereits kurz nach Tagesanbruch – die Sonne scheint noch mit ihrem Morgenritual beschäftigt – blickt der aufmerksame Beobachter beim absichtslosen Dahinschlendern auf der prominenten Gastromeile in ein Meer unzähliger schwarzer Strohhalme – im blutrot getränktem Eiswürfelbad. Welch’ ein Anblick!

Tigermücken

Bitte nicht falsch verstehen: Die Raablers lieben Aperol Spritz. So sehr, dass es regelmäßig schwerfällt, bei einem Glas zu bleiben. Aber doch bitte nicht so früh am Tage. Der schwerelos, südländische Glimmer, der sich rasch beim und gnadenlos nach dem Genuß einstellt, lässt einen doch eher an den baldigen Mittagschlaf als an eine Etappe auf dem Meraner Höhenweg denken. Und aufgepasst, liebe Menschenkinder: Man kann sich prima daran gewöhnen.

Unterwegs auf der Meraner Glimmer-Tour

Hat man die Strapazen der langen Anreise schon wieder so gut verdrängt, dass man in Kauf nimmt, seinen wohlverdienten Urlaub auf diese Art und Weise zu verdaddeln? Zugegeben, nicht auf jedem Tisch stehen die typischen Aperol-Gläser. So mancher Zeitgenosse gibt sich auch mit einem schnöden Weizenbier bayerischer Provenienz zufrieden. Grad wo man so herkommt und wie man’s gewohnt ist. Das nennt man Kulturaustausch oder: Der Mix macht’s.

Im Ruhewagen der Deutschen Bahn AG

Absolut bewundernswert ist der breitbandige Genuß alkoholischer Getränke auf den Berghütten. Diese Ruhe. Diese Aussicht. Dieses sagenhafte UV-Licht. Die glasklare Alpenluft. Geschwängert vom unnachahmlich-heimatlichen Wohlgeruch der Knödel Tris auf Krautsalat und dem Kaiserschmarrn. Diese legendäre Leichtigkeit, die jeden nach einem Aperol Spritz überfällt. Oder mehreren Aperol Spritzen?

“Schatz, die Hochgangscharte gian wir heuer nimmer, oder?”

“Es hat keinen Sinn, Sorgen in Alkohol ertränken zu wollen, denn Sorgen sind gute Schwimmer.”
(Robert Musil, österreichischer Schriftsteller, 1880-1942)

Raabler-Blogpost:
Autobahn: Letzte Bastion der Freiheit

Raabler-Web-Tipp:
Wie entstand Aperol Spritz? (ARTE)

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