Reise

Bilder aus Südtirol

Südtirol

Seit geraumer Zeit fährt der Raabler mit seiner Raablerine – der besten Lebensgefährtin von allen – in den Urlaub nach Norditalien. Genauer gesagt nach Südtirol. Noch genauer gesagt nach Meran und umzu. Was für ein wunderschönes Fleckchen Erde. Was für eine angenehme südländische Atmosphäre. Was für eine delikate Küche. Entspannte Urlauber mischen sich mit den entspannten Einheimischen. Italienisch-Fetzen fliegen durch die Straßen und Gassen mit ihren unzähligen (Eis-)Cafés, Bars und Restaurants. Bilder aus Südtirol. Man ist in Italien. Aber doch auch nicht so ganz, denn es wird gefühlt mehr deutsch kommuniziert. Wie sonderbar – anziehend!

Ja, die verlockendsten Bilder aus Südtirol kommen den Raablers besonders in diesen verrückten Corona-Tagen in den Sinn. Bereits von langer Hand wurde das zentral und dennoch ruhig gelegene Hotel für den Spätfrühling gebucht. Inklusive überraschend günstiger Bahntickets. Der frühe Vogel frisst den Wurm. Das gilt umso mehr für einen gelungenen Aufenthalt in der Heimat von Bergsteiger-Idol Reinhold Messner.

Wenn aus Stärke eine Schwäche wird

Tja, die zweite Maus kriegt den Käse. So sagt man. Schon klar, aber so ganz passt der Spruch dann doch nicht. Corona hat nicht nur den Raablers einen gewaltigen Strich durch die Urlaubsrechnung gemacht. Die Vorfreude ist einer resignativen Schicksalsergebenheit gegenüber einer neuen, erntzunehmenden und dabei unsichtbaren Gefahr für Leib und Leben gewichen. Wer geht schon gerne in häusliche Quarantäne?

Freiwillig schon mal niemand. Aber auch den freundlichen wie perfekten Gastgebern aus Südtirol wurde kurzerhand der Boden unter den Füßen weggerissen. Die nördlichste Provinz Italiens ist nicht nur ein Hotspot der Corona-Krise. Es ist bekanntlich auch eine der reichsten Regionen in Europa. Nicht nur aber auch dank der Segnungen einer hochtourigen Tourismusindustrie. Und genau diese Eigenheit fällt ihnen nun tonnenschwer vor – oder besser formuliert – auf die Füße. Es tut brutal weh.

Bilder aus Südtirol – von Krise keine Spur!

Umso unverständlicher dünkt es den Raabler, wie es angehen kann, dass im beliebten 3sat-Format “Bilder aus Südirol” nicht mit einer einzigen Silbe auf den Corona-Notstand in der “Heimatfront” eingegangen wird. Draußen tobt der Krieg gegen einen unbarmherzigen Menschenkiller. Das ORF-Landesstudio Tirol sendet ungeniert als Antwort darauf “Heidi-Inhalte” in Dauerschleife. Wir ignorieren jetzt mal, dass Heidi die schweizer Bergwelt glorifiziert…

Wie heißt es so schön auf der Sender-Homepage zu den Bildern aus Südtirol: “Land und Leute, Brauchtum, Geschichte, Ferienland – Einmal wöchentlich steht aktuelles Geschehen, Geschichte, Tourismus, Wirtschaft und Kultur sowie Land und Leute in der dreisprachigen Autonomen Provinz Südtirol im Mittelpunkt.

Grüß Gott! Falls du ihn siehst…

Genau. Von Pandemie steht da nämlich rein gar nichts geschrieben. Richtig? Und das Redaktionsteam hält sich strikt an die journalistischen Vorgaben. Wozu also die Aufregung? Freuen wir uns lieber, dass Corona einen weiten Bogen um das Alpenidyll gemacht hat. Südtirol sagt darum den Gästen aus aller Welt ein “Herzliches Willkommen” in ihrer atemberaubenden Bergwelt.

Sie müssen sich nur an den jeweiligen Landesgrenzen mit der – auch in Politikerkreisen aktuell hochgeschätzten – Bazooka den Weg freischießen. Ohne Fleiß kein Preis! Danach haben sich die gestressten Erholungssuchenden einen luxeriösen Ferien-Aufenthalt redlich verdient. Wir, die Tourismusbranche, wünschen allen Urlaubern eine reibungslose und unbeschwerliche Anreise! Grüß Gott! Wenn du ihn unterwegs triffst…

“Am Ende zeigt sich’s, dass alle Klischees wahr sind. Und das ist fast noch schlimmer zu ertragen als die Wahrheit.”
(Peter Ustinov, britischer Schauspieler und Schriftsteller, 1921-2004)

Raabler-Blogpost:
Die Triebe in Zeiten von Corona

Raabler-Web-Tipp:
Reisehinweis für Südtirol

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