Adam & Eva

Catcalling: So ticken Männer!

Catcalling

Willkommen bei den Neandertalern! Tausende Jahre Menschheitsgeschichte liegen hinter uns, aber zum Glück hat sich im Geschlechterverhalten nichts verändert. Reflexe und Mechanismen im Umgang zwischen Männern und Frauen funktionieren wie am ersten Tage. Alle Bestrebungen der Neuzeit, Schranken niederzureißen und zu neuen Ufern aufzubrechen, verliefen planmäßig im Sande. Gut, dass wir mal drüber gesprochen haben. Aber schade um die verlogene…äh…verlorene Zeit. Die hätte man besser und sinnvoller nutzen können. Stattdessen wird das Netz aktuell mit herzerreißenden Betroffenheitsdiskussionen zum Thema Catcalling geflutet.

Bravo! Aber, wie bitte? Was ist denn Catcalling? Hat der Raabler noch nie zuvor gehört. Du etwa? In Kürze: Unter Catcalling versteht man unangebrachte, oftmals sexistisch motivierte Kommentare und/oder Geräusche (wie z.B. Pfeifen und Schnalzen) mit denen primitiv gestrickte Brusttoupetträger arglose Frauen im Alltag (z.B. am Arbeitsplatz, auf der Straße, im ÖPNV, im Restaurant, beim Joggen etc.) “beglücken”. Das wäre die Real-Life-Variante. Die allerdings im Rückzug begriffen ist. Warum?

Männer sind Schweine

Weil sich das Leben in unserem, ach, so modernen Zeitalter immer mehr ins Internet verlagert. Hier wird nicht unverhohlen gegrunzt, gepfiffen und gejohlt. Über WLAN hört das ja keiner. Gut, Mann könnte eine Audiodatei über whatsapp an das Objekt seiner Begierde (da haben wir’s wieder) mit einem persönlichen “Best of” verschicken. Was allerdings ziemlich uncool wäre. Wozu gibt’s Emojis in allen Facetten? Im Zusammenspiel mit den üblichen wie ekelhaften Dickpics nachwievor eine beliebte Kombi.

Männer sind toll, oder? Nicht? Aber sie sind auch Opfer der Digitalisierung. Bedenkt das bitte mal jemand da draußen? Früher im Vorbeigehen in der Disco, auf dem Fußweg, bei abgesenkter Scheibe an der roten Ampel mal kurz einen Spruch wie “geiler Arsch” oder “schöne Titten” raushauen, hatte etwas unverbindlich Befreiendes. Mann war ja anonym geblieben und schnell wieder aus der Schusslinie. Aus den Augen, aus dem Sinn.

Männer nehmen Frauen die Luft zum Atmen.

Catcalling: Das Netz vergisst nichts!

Heute dagegen wird alles aufgezeichnet. Das World Wide Web vergisst selbst über den Tod hinaus nichts. Verdammt! Bestes Beweismaterial in UHD und Dolby Surround für die Frauen. Falls es zu einer Anklage kommen sollte. Tja, Männer, ihr könnt es drehen wie ihr wollt: Ab heute ballert das “schwache” Geschlecht technikaffin in High-End-Qualität zurück. Man sieht sich. Im Amtsgericht. Theoretisch.

Denn strafbar ist Catcalling in Deutschland (noch) nicht. In anderen europäischen Ländern ist man da schon einen Schritt weiter. Wer beispielsweise bei unseren französischen Nachbarn eine Frau mit sexistischen Kommentaren oder eindeutigen Gesten und Geräuschen konfrontiert, ist mit 750 Euronen dabei. In besonders abscheulichen Fällen werden derer 1.500 aufgerufen. Mon Dieu, muss das sein?

Kontrastprogramm ist angesagt

Die Kohle könnte man viel sinnvoller als Anzahlung für ein derbes Twitch-Streaming-Paket aus dem Fenster werfen. Damit hätten wir altersmäßig elegant den Bogen zum typischen Catcaller geschlagen. Er ist meistens Single und leidet. Zum Beispiel unter einem ausbaufähigen Selbstwertgefühl. Extreme Aufenthaltzeiten im Internet machten es ihm unmöglich, sein volles Bildungspotential auszuschöpfen. Im Hinblick auf äußere Attraktivität muss man ihn eher im unteren Segment ansiedeln.

Ein junger Gamer in seinem Element.

Die eben skizzierte, absolut vorurteilslose Personenbeschreibung kontrastiert in auffälligster Weise zum Catcalling-Opfer. Die sind nämlich in aller Regel überdurchschnittlich attraktiv. Eine Diskussion über eventuell divergierende Intelligenzquotienten zwischen den beteiligten Männern und Frauen führt uns an dieser Stelle nicht weiter. Wenn du weißt, was der Raabler damit zum Ausdruck bringen möchte.

Catcalling als Youtube-Renner

Fakt ist, dass unter diesen Bedingungen Täter wie Opfer niemals ein “matching” bekommen würden. Der Mann würde ja gerne, aber die Frau natürlich nicht. Und um auf das obige Twitch-Thema zurück zu kommen: Unter geduldiger Anleitung eines versierten Streamers könnte man noch über einen 25teiligen Youtube-Grundkurs in Sachen Catcalling als Draufgabe verhandeln. Mit anschließender Live-Videoanalyse und Interaktions-Feedback. Mehr win-win geht einfach nicht.

Ich parshippe jetzt

“Mehr kann ein Mann nicht verlieren als sein Gesicht.”
(Tom Stoppard, britischer Dramatiker, *1937)

Raabler-Blogpost:
Männer! Überall immer nur Männer!

Raabler-Web-Tipp:
Aktion gegen Catcalling in Hannover

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