Sport

Die neue sportliche Heimat des HSV

HSV

Das wird für die nächsten drei bis fünf Jahre ein hoffentlich gesicherter Mittelfeldplatz in der Zweiten Fußball-Bundesliga. Aus diesem Grunde zog der Sportvorstand einen erfahrenen Zweitliga-Trainer an Land, der bereits in den ersten Tagen seiner Anwesenheit am Volkspark dem HSV eine “brutale Qualität” im Profi-Kader bescheinigte. Der Mann hat zumindest schon mal jede Menge Humor. Nicht die schlechteste Charaktereigenschaft, wenn man ein zweijähriges Engagemant bei der unangefochtenen Lachnummer der Nation antritt. Willkommen in der neuen sportlichen Heimat!

Sämtlicher HSV-Zynismus im Raabler-Blog wurde in den vergangenen Wochen noch mal locker von den Beteiligten getoppt. Mit dem 67igsten Neuanfang in den letzten 15 Jahren soll es nun klappen. Schon mal gut, dass das ominöse Wort “Wiederaufstieg” klammheimlich ins Träumeland verbannt wurde. Das hätte sich wahrscheinlich Ex-Coach Hecking in seiner recht kurzen Amtszeit ebenfalls gewünscht, um den Druck von seinen überbezahlten Kickern zu nehmen. Die “Armen”…

Der HSV hat mit Trainer Dieter Hecking den Klassenerhalt in der zweiten Fuballbundesliga fest im Visier.

Heimat im Hamburger Chaosclub

So blieb umterm Strich nicht viel Positives aus seiner Ägide zu berichten. Außer das zwei vierte Plätze hintereinander in der Abschlusstabelle als ein Zeichen von “Kontinuität” in zynischer Manier fehlinterpretiert werden könnten. Eine Sportmedien-Stadt (aber keine Sport-Stadt) wie Hamburg hätte gerne darauf verzichtet. Bleiben als weitere Highlights zwei Saison-Niederlagen gegen den hochtalentierten Stadtrivalen aus dem Amüsierviertel. HSV ist, wenn sich immer nur die anderen amüsieren.

Welcher Rauten-Trainer kann das schon in seiner Bilanz vorweisen? Die ganze Schmach selbstverständlich vor jeweils ausverkauften Vor-Corona-Häusern. Mehr Demütigung in der Heimat geht nicht. Sparen wir uns die bitteren Einzelheiten und blicken ohne jede Euphorie, dafür mit trüben Dackelblick, nach vorne. Zunächst einmal müssen diejenigen Profis mental stabilisiert werden, die aus unerfindlichen Gründen eine zweite Heimat in diesem Chaosclub gefunden zu haben scheinen.

Der Hamburger Weg

“Der Umweg ist das verpasste Ziel!”

Gut, das sind jetzt nicht so viele. Aber dafür stehen die Erfolgschancen für eine Durchseuchung mit dem dringend notwendigen Erfolgsgen umso besser. Eigens zu diesem Zweck wurde im prestigeträchtigen HSV-Nachwuchsleistungszentrum eine ambulante Anti-Depressiva-Task-Force (ADTF) – bestehend aus anerkannten Experten des UKE – installiert. Es handelt sich dabei um fünf steril-weiße Räumlichkeiten mit Blick ins Grüne. Jedoch ohne Internetanschluss. Smartphones, Laptops und Playstations haben außen vor zu bleiben. Das ist hart. Sehr hart!

Jeder Neuanfang ist mit Entbehrungen verbunden. “Der Umweg ist das verpasste Ziel”, wie man in Hamburg so treffend sagt. Hoffen wir, dass der neue Besen am Spielfeldrand die Spannung über die kommenden nervenzerfetzenden HSV-Jahre hochhalten kann. Nicht, dass man sich noch länger in der zweiten Etage einnistet. Nur weil nach der nächsten Saison die Betriebssportgemeinschaft der Wiesenhof AG den direkten Gang nach unten antreten musste.

Boldt redet Klartext beim HSV

Das wären dann fünf spannende Nordderbys (Werder, Osnabrück, Kiel, Hannover und St. Pauli). Finanziell lukrativ. Spannend obendrein. Nur Corona könnte den neuen Spaß an der Zweitklassigkeit verderben. Ist ja immer irgendwas…

“Ein Blick in die Welt beweist, dass Horror nichts anderes ist als Realismus.”
(Alfred Hitchcock, britischer Filmregisseur, 1899-1980)

Raabler-Blogpost:
HSV-Skandal: Nicht-Aufstiegsprämie für Fußball-Profis

Raabler-Web-Tipp:
Ansage an den HSV: DANKE für NICHTS!

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