Adam & Eva

Die Triebe in Zeiten von Corona

Triebe

Verdammt, wo bleiben die Triebe? Das Zusammenleben der Menschen wird aktuell auf eine harte Probe gestellt. Es gilt den Spagat zwischen solidarischem Aufeinanderzugehen und Mindestabstand zu bewältigen. Und zwar sofort. Keine leichte Aufgabe. Neben dem pflichtbewussten Hinweis auf erhöhte Gefahren für die üblichen Risikogruppen in unserer Gesellschaft folgen unmittelbar darauf die – seien wir doch mal ehrlich – viel wichtigeren wirtschaftlichen Konsequenzen der möglicherweise viel zu lange unterschätzten Pandemie. Das Alpha unter den Realsatieren darf das so formulieren.

Ein Finanz-Notprogramm nach dem anderen wird im Höllentempo und in atemberaubend unbürokratischer Manier aus dem Boden gestampft. Im Gegenzug das “Schwarze-Null-Mantra” unseres Ober-Buddhas Olaf eingestampft. Das so etwas in Sesselpupser-Deutschland plötzlich möglich ist, sollte man sich bis in die Nachkrisenzeit hinein gut merken. Bitte danach keine fadenscheinigen Ausreden mehr. Nun aber schlägt erneut die Stunde der Systemrelevanz und des Lobbyismus. Wir kennen das ja zur Genüge aus 2008.

Verunsicherte “Verbraucher” im Puff

Von den klein- bis mittleren Betrieben, bis hin zu den ganz Großen der Branche. Von den unzähligen Kinos, Kneipen und Restaurants bis hin zu Freischaffenden in Kunst und Kultur. Die Torte muss nicht erst gebacken werden, sie steht zum Verzehr bereit. Alles berechtigt, keine Frage. Aber niemand spricht im Zuge des Desasters von den “Anschaffenden”. Warum eigentlich nicht? Wie der Raabler bereits an anderer Stelle ausführte, betrifft diese Thematik muggelige eine Million männliche “Verbraucher”. Tagtäglich!

Sind Triebe etwa nicht systemrelevant? Bange Frage: Reicht die Phantasie der Reichstagsbewohner aus, sich einmal kurz das Horrorszenario in den Untiefen einer vermeintlich glitzernden Parallelwelt vorzustellen? Was es für das horizontale Gewerbe bedeutet, wenn von jetzt auf gleich nur noch 500.000 (!!) Männer pro Tag den Mut aufbringen, sich in gewohnter Umgebung absamen zun lassen? Und welchen ungeheuren Todesmut hunderttausende, hochprofessionell arbeitende Dienstleisterinnen in die 24/7-Waagschale werfen? Nur um den größten Druck vom Kessel zu nehmen?

Flammender Appell an Triebe und Liebe

Nein, darüber spricht keiner. Eine einzige große Schattenwirtschaft. Im wahrsten Sinne des Wortes. Prostitutionsgesetze hin und her. Rein und raus. Aus die Maus? Nix aus. Wenn hier nach Fußball das zweitwichtigste “Standbein” einer ausgelaugten Leistungsgesellschaft auch noch wegzubrechen droht, dann “Gute Nacht, Marie!” Wofür lohnt es sich noch zu leben? Was soll der Raabler darauf antworten? Jetzt kann uns nur noch unsere empathische Bundes-Mutti Orientierung geben.

Auf die lebende Raute ist zum Glück auch in den letzten Atemzügen der Berliner Groko Verlass. Ihr “historisch” zu nennender aufrüttelnder Appell an das arbeitende deutsche Volk:

“FRAUEN, hört in diesen schweren Zeiten auf mit eurer Dauer-Nörgelei. Es geht jetzt mal ausnahmsweise einzig und allein um Leben und Tod. Könnt ihr euch das merken? Nutzt die Not der Stunde und kümmert euch zur Abwechslung mal wieder um eure zartbesaiteten, überforderten Weichei-Männer. Zärtlichkeit kann gerade heute wahre Wunder bewirken und die Moral stärken. Geht in die Kuscheloffensive. Aber nur, wenn ihr noch keine Symptome zeigt.”

“MÄNNER, lasst euch ausnahmsweise mal nicht von euren primitiven, fremdgesteuerten und realitätsfernen Sex-Phantasien leiten. Lacht stattdessen lieber über eure eigene Blödheit, was das angeht. Und, verdammt nochmal, reißt euch gefälligst am Riemen! Seid gegenüber euren Frauen wieder die treuen Partner, wie ihr es vor dem Standesamt verprochen habt. Ihr Spacken! Und an all die Single-Männer da draußen im dunklen Tinder-Märchenwald: Wischen ja, ficken nein!”

“Ist für den guten Zweck. Und vorübergehend. Sofern ihr euch dran haltet. Bekommt ihr das hin?”

Endlich mal Klartext. Ohne Geschwurbel. Bravo, Angie!

“Fabelhafte Möglichkeit, sich von der Masse zu unterscheiden: treu sein.”
(Oliver Hassencamp, deutscher Schauspieler und Kabarettist, 1921-1988)

Raabler-Blogpost:
Sex-Roboter auf dem Vormarsch

Raabler-Web-Tipp:
Tote Hose im Bordell

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.