Und sonst so?

Diebesbanden auf Mallorca beantragen Staatshilfen

Diebesbanden

Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit beantragten in der vergangenen Woche hoch angesehene Diebesbanden auf Mallorca Zuschüsse und zinslose Darlehen von der über alles geliebten Zentralregierung in Madrid. Corona trifft also nicht nur die unzähligen, ausnahmslos ehrbaren Geschäftsleute auf einer der weltweit beliebtesten Inseln. Nein, auch das von ausgewiesenen Fachleuten betriebene Klau-Gewerbe steht vor einer ungewissen Zukunft. Alles nur wegen Corona.

Fallen die mühsam zusammengestohlenen Einnahmen aus einer mittlerweile ganzjährigen Touristensaison komplett weg, so reden wir hier locker von Beträgen im zweistelligen Millionenbereich. Unredlich eingesacktes Geld, dass zuverlässig als Binnennachfrage an anderer Stelle zurückgefloß. Eine klassische win-win-Situation für Diebe und Geschäftsinhaber auf der Sonneninsel. Nur eben nicht für die bestohlenen Urlauber – in erster Linie Deutsche und Briten.

Diebesbanden stehen vor dem Nichts

Die fleißigen Kriminellen beruhigen ihr vermeintlich schlechtes Gewissen mit der geradezu sprichwörtlichen Annahme, es träfe ja schließlich keine Armen. Ein feiner Grundsatz, der es den mallorquinischen Behörden (policias locales) erlaubt, die sonst übliche Strenge gegenüber kriminellen Machenschaften elegant abzulegen. Es kommt immer darauf an, welches Delikt zur Anklage kommt und wer zu den Opfern zählt.

Urlauber im Stress: Kriminalität auf Mallorca

Gestohlene Wertsachen aus aufgebrochenen Autos, Ferienwohnungen oder Fincas – ohne Personenschäden – locken darum den Beamten bei der fälligen Anzeigenaufnahme nur noch ein müdes Lächeln auf ansonsten ausdruckslosem Gesicht hervor. Tagesroutine. Langeweile pur. Das Diebesgut ist und bleibt futsch. Auf Nimmerwiedersehen. Aber das einträgliche Gewerbe der vielen Diebesbanden liegt nun dank der Virus-Pandemie brach. Von hundert auf Null in hastenichgesehn. Brutal!

Der spanische Staat ist gefordert

Der Raabler findet es darum nur gerecht, wenn die Langfinger auf Mallorca und den anderen Baleareninseln auf ihr Unrecht pochen und Beihilfe zur Überbrückung der Liquiditätsengpässe vom spanischen Staat fordern. Oftmals sind es familiengeführte Betriebe, die über die gesetzlichen Vorschriften hinaus Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen. Wenn man jetzt nicht gegensteuert und hilft, wird der Fachkräftemangel in nur wenigen Jahren erbarmungslos zuschlagen. Und dann?

Ja, und dann?

“Humor ist der Knopf, der verhindert, dass uns der Kragen platzt.”
(Joachim Ringelnatz, deutscher Schriftsteller u. Kabarettist, 1883-1934)

Raabler-Blogpost:
Mallorca: Eldorado für Langfinger

Raabler-Web-Tipp:
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