Adam & Eva

Ehe im Alter: Endlich nicht mehr müssen müssen

Ehepaar im Krisenmodus

Wenn eins nach über 40 Jahren monogamer Ehe überhaupt keinen Spaß mehr macht, dann ist das Sex. Oder präziser formuliert: Sex mit dem Ehepartner. Da beißt die Maus kein Hanfseil durch. Eine millionenschwere Ratgeberindustrie schreibt in Büchern, Zeitschriften und Magazinen mit tausenden Ideen und Vorschlägen tapfer gegen Langeweile und Lustlosigkeit in den Paar-Beziehungen an. Routine lässt sich jedoch so wenig verhindern, wie das sprichwörtliche Amen in der Kirche. Und die vermeintlichen Lösungsanbieter wissen das nur zu genau.

Sie machen als Reiter der Apokalypse dennoch immer weiter. Es lässt sich ja so prima und einfach damit Geld verdienen. Betrifft ja schließlich alle und jeden – quer durch die gesellschaftlichen Schichten. DIE eine Lösung oder EIN geniales Patentrezept gibt’s bekanntlich nicht. Die Menschen ahnen es. Wollen es aber letztlich nicht einfach so hinnehmen. Wir sind doch schlau. Da muss man doch was machen können? Ohne Fremdgehen. Ohne offene Zweierbeziehungen. Ohne Prostitution. Ohne Blind-Date-Börsen im Internet. Ohne Sexroboter.

Zu blöd für eine glückliche Ehe?

Eine interne Lösung soll es bitteschön sein. Alles andere ist finanziell riskant und macht obendrein jede Menge Stress. Kennt man doch aus so manchem Tatort am Sonntagabend. Mord ist letztlich keine Lösung. Verdammt, die anderen haben es doch auch auf die Reihe bekommen? Und alle fragen sich: Sind nur wir (z.B. die Schnippkowiaks) zu blöd für eine glückliche Partnerschaft? Dr. Raabler aus dem Nörgelstudio entgegnet: Wer sagt denn, bitte schön, dass die anderen es auf die Reihe bekommen?

Ehepaar im Streit

Warum gibt es denn wohl Fremdgehen, offene Zweierentwöhnungen, Prostitution, Fremdgeh-Portale im Netz und Sex-Roboter? Ein Milliardenmarkt mit schwindelerregenden Wachstumsraten. Womit wir wieder beim Thema sind. Im fortgeschrittenen Alter kann spontanes und unvermutetes Wachstum an bereits abgeschriebenen Körperstellen des Mannes durchaus Erregung verursachen. Was jedoch nicht selten einher geht mit unangenehmen Schwindelgefühlen.

Ein Bild sagt mehr wie 1000 Enttäuschungen

Dann heißt es oft: Mann, hör’ auf deinen Körper und leg’ dich zum “Entspannen” wieder hin! Sehr zum Leidwesen der kurzfristig hoffnungsfroh gestimmten Ehegattin. Die spürt nämlich nach jahrelang geduldig ertragenem Wechseljahres-Frust den dritten Frühling in sich aufkeimen. Und genau in diesem typischen Ehe-Szenario drückte der Fotograf des obigen Titelbildes auf den Auslöser. Perfektes Timing. Ein Bild sagt mehr wie 1000 Enttäuschungen.

Ein Paar steht vor der Trennung

Aber das Alter hat auch sein Gutes. Wenn z.B. nach 40 Ehejahren und durchschnittlich daraus generierten 4.000 “Höhepunkten” die Neugierde und die Leidenschaft ein unvermeidliches Tauschgeschäft mit “Kenn-ich-schon” und “Brauch-ich-nicht-mehr” eingegangen sind, dann bekommt die einprägsame Werbebotschaft “Endlich-nicht-mehr-müssen-müssen” eine ganz neue Bedeutung. Die Kunst besteht fortan darin, den Partner von dieser neuen Linie nachhaltig zu überzeugen.

Ein Kinderspiel für überbezahlte Werbestrategen im Designer-Drogenrausch in ihren luftleeren Designer-Lofts!

“Im Alter bereut man vor allem die Sünden, die man nicht begangen hat.”
(William Somerset Maugham, englischer Erzähler und Dramatiker, 1874-1965)

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Vorruhestand

Raabler-Web-Tipp:
Markus Lanz: Sex im Alter