Reise

Eldorado für Schnäppchenjäger

Schnäppchenjäger

Kleine Scherzfrage zur Einstimmung: Hat der Raabler bereits erwähnt, dass er kürzlich seinen Urlaub im sagenumwobenen Südtirol verbracht hat? In einem schmalen Zeitfenster, in dem ausgerechnet Italien als ein früheres Epizentrum der Virus-Pandemie seitens des Auswärtigen Amtes als nicht risikobehaftet definiert wurde? Momentan überschlagen sich ja wieder die Ereignisse. Seinerzeit (vor unendlich lang zurück liegenden fünf Wochen) war es nicht die schlechteste Wahl. Die Tourismusindustrie rund um Bozen, Brixen und Meran hatte die ersehnte Zeit zum Durchatmen. Und lockte vor allem Schnäppchenjäger ins Land.

Merano

Vielerorts wurden Hotel-Spezial-Arrangements zum halben Preis angeboten. Prima, lässt sich doch mal eben die Verweildauer verdoppeln. Selbst der durchschnittliche Übernachtungspreis für zwei Erwachsene ohne Kind sank von 235 Euro auf 195 Euro. Wer da nicht zugriff, dem war nicht mehr zu helfen. Nie war es kostentechnisch günstiger das Meraner Oberland zu erkunden. Mit dem Auto. Bei für deutsche Verhältnisse traumhaft billigen Spritpreisen.

Kauf dich glücklich!

Die Gäste sollten allerdings nicht nur ans Wandern denken. Deshalb ließ sich die Meraner Geschäftswelt nicht lumpen und bot alle paar Meter wahre Knallerangebote für ausgemachte Schnäppchenjäger an. Das sprach sich herum wie ein Lauffeuer. Gerade die raren Regentage werden von vielen Touristen für ausgedehnte Shoppingtouren genutzt. Man will ja nicht in den Hotelbetten den Tag verpennen. Das würde nur unnötig Geld und Nerven sparen.

Knödel

Dann doch lieber nach was Unnützem Ausschau halten. Sehr zum Leidwesen der Ehefrauen können erfahrungsgemäß die Ehemänner nur schwer an sich halten, wenn die überfüllte City damit lockte, den einen oder anderen Konsumschatz zu heben. Eine fünf Kilometer lange Tortur aus dem muggeligen Vorort ins pulsierende Stadtzentrum von Meran war nach nur 45 Minuten erledigt. Die weiteren 15 Minuten Parkplatzsuche (2,50 Euro pro Stunde) gingen als meditative Entsspannungsübung durch.

Schnäppchenjäger-Alarm

Für Schnäppchenjäger kein Problem. Die Ehefrauen auf dem Beifahrersitz murrten ab und an genervt, spielten das Spiel des lieben Friedens willen jedoch geduldig mit. Die Belohnung folgte auf dem Fuße. Die Meraner Geschäftswelt präsentierte ihrer verwöhnten Kundschaft eine unglaubliche Vielfalt zu Top-Preisen. Unterwäsche, Hosen, Blusen, Anzüge, Blazer, Jacken, Mützen, Handtaschen, Schuhe, Haushaltswaren, Accessoires und Schmuck in allen Preislagen. Vor allem in den höheren…

Aperol

Als gäb’s weder Wirtschaftskrise noch Corona-Geiz. Für echte Schnäppchenjäger hier ein paar Beispiele aus der Meraner Modewelt (kein Scherz, echte Realsatire!): Herrensakko reduziert von 1.195 Euro auf jetzt nur noch 599 Euro; Herren-Jeans aus dem Hause “X” nur heute für 425 Euro; ein raffiniertes Arrangement für die feine Dame von Welt: Hütchen, Röckchen, Bluse, Blazer und Lederstiefel für unschlagbar günstige 2.499 Euro; die sportlichen Herren-Sneaker zum Wochenend-Mega-Sale-Preis von 525 Euro; gleich daneben für die elegante Dame oder den Herren mit Geschmack sündige Schuhe aus echtem Schlangenleder für 2.250 Euro.

Preisgestaltung mit System

Wenn der Raabler dann mal an anderer Stelle Schuhe für nur 229 Euro in der Auslage sah, war er schon fast zum Kauf bereit. So kannte die beste Lebensgefährtin von allen ihren Partner noch gar nicht. Wieder und wieder musste sie ihn aus diversen Eingangstüren zerren. Der Südtiroler Einzelhandel kennt sich aus mit Preisgestaltungen. Dahinter steckt System. Drum, Leute, kommt nach Sissihausen, dem magischen Ort für jeden Schnäppchenjäger!

“Die Frauen sind Finanzgenies. Sie ersparen uns Männern Sorgen wegen der sinkenden Kaufkraft, indem sie das Geld rechtzeitig ausgeben.”
(Paul Kuhn, deutsch-schweizerischer Pianist, 1928-2013)

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