Gesellschaft

Facebook: Ab heute wird zurückgelöscht!

Facebook

Der arme Markus Zuckerrübe! Jetzt kriegt er’s von allen Seiten. Seit Firmengründung hat er es immer nur gut gemeint mit uns lieben Menschenkindern. Und nun das! Undank ist der Welten Lohn! Immer mehr hochdotierte Werbekunden nutzen derzeit das trübe Corona-Nachrichten-Sommerloch und betreiben gnadenlos wie imagewirksam einen temporären Anzeigenboykott gegen Facebook, dem ungekrönten Kaiser aller asozialen Medien. Vier Wochen lang wollen sie ein Zeichen setzen.

Ein Zeichen gegen was? Ein Zeichen gegen Hass, Hetze, Rassismus, Ausgrenzung, Verrohung, Gewalt und deren Androhungen gegen Personen und Institutionen in den unendlichen Weiten des Internets. Wohlgemerkt, ein Zeichen. Angesichts der thematischen Brisanz wären zwei oder drei Zeichen auch nicht übel. Wie beim Klima. Nur sollte man es für den Anfang nicht übertreiben. Schon klar. Ein vorübergehendes mediales Geschrei kommt immer gut an. Und kostet nichts.

Onlinesucht: Nur mal eben die Mails checken...

Facebook will doch nur spielen

Im Gegenteil: Die Werbeetats von z.B. Adidas, Ben & Jerrys, Coca-Cola, Dockers, Ecosia, Levi’s, Mozilla, Puma, Starbucks, Unilever und VW werden sogar hübsch entlastet. Das passt doch wie die berühmte Faust auf’s (Ein)Auge in die aktuelle geschäftliche Corona-Schieflage. Zeiten, in denen Werbeaufwendungen ohnehin wegen allgemeiner konsumtiver Bocklosigkeit im Nirvana versickern. Perfektes Timing! Ein Schelm, der Böses dabei denkt.

Aber, hat der Raabler da was verpasst? Ist Facebook erst seit George Floyd eine offene digitale Spielwiese für sämtliche Facetten (un)menschlicher Abgründe? Oder ergehen sich nicht stattdessen die politischen Verantwortungsverweigerer gefühlt seit mindestens 10 Jahren in skurrilste Scheingefechte (Show-Anhörungen vor dem US-Kongress und dem Europaparlament inklusive) mit der Datenkrake im kalifornischen Menlo Park?

Ein Hoch auf die Freiheit

Hör auf, Raabler! Was redest du denn da für einen entsetzlichen Müll? Bestimmt holst du grad Luft, um in diesem Zusammenhang noch gegen das Darknet zu pesten und für die Einführung der Klarnamen-Pflicht zu plädieren, stimmt’s? Ja, stimmt. Siehe nachfolgenden Blogpost. Raabler, merk’ dir bitte eins: Das Internet steht für himmlische, grenzenlose Freiheit. Wie für uns Menschen gemacht.

Klarnamen

Und wenn ein cleverer amerikanischer Jungspund mit unternehmerischem Weitblick peu à peu ein konkurrenzlos gutes Geschäftsmodell daraus bastelt, um die Menschen mit den wohltuenden Segnungen uneingeschränkter Kommunikation zu beglücken, so gönne ihm doch einfach mal den daraus resultierenden Erfolg. Einverstanden, der Raabler gönnt gerne. Wenn’s denn verdient ist.

Der Markus mit den Dollar-Augen

Aber wenn unser aller Faceboss mit der Mensch-Maschine-Attitude nach dem ersten unverhofft großartigen Geldregen anschließend den Hals nicht mehr vollkriegt, dann sollten die wachsamen Äuglein – und nicht nur die der Datenschützer – bitte sehr genau hinschauen. Und wenn Wachstum in erster Linie nur noch über von Menschenaffen abgesonderte Scheiße generiert werden kann, wird’s erst recht heikel.

Noch heikler wird’s, wenn man resignativ erkennen muss, dass der “gute” Markus entgegen anders lautender Bekundungen überhaupt kein Interesse an einem Paradigmenwechsel zeigt. Die bisher beschäftigten und in Windeseile komplett traumatisierten Inhalte-Checker bei Facebook müssen im Schnitt alle 6 Monate (unbestätigte Raabler-Schätzung) durchgetauscht werden. Das kostet trotz Sklavenlöhnen einen Arsch voll Geld. Soll Zuckerrübe etwa sein mühsam erarbeitetes Privatvermögen nur dafür verballern?

Vorsicht: Hass kann doof machen.

Nur weil die Zahl der Bekloppten in Corona-Dimensionen exponentiell ansteigt? Da könnte er ja gleich seinen Laden ganz dicht machen und sich auf seinen Lorbeeren in Höhe von geschätzt 55 Milliarden Dollar ausruhen. Ob das reicht bis zur Rente? Man weiß es nicht. Was man mit Sicherheit weiß ist, dass ihn der o.a. Werbeboykott an den Rand des Ruins bringen wird. Jeder von uns weiß aus eigener bitterer Erfahrung, wie schnell 55 Milliarden Dollar verjuckelt sein können.

Darum: Die Zeichen hin zu einer echten Wende im Zwischenmenschlichen standen noch nie so günstig wie jetzt! Toi, toi, toi…

“Jeder, der einmal die Gewalt als seine Methode proklamiert hat, muss unvermeidlich die Lüge zu seinem Prinzip wählen.”
(Alexander Solschenizyn, russischer Schriftsteller, 1918-2008)

Raabler-Blogpost:
Zu doof für diese Welt!

Raabler-Web-Tipp:
Werde Hass-Poster auf Facebook (EXTRA3)

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