Gesellschaft

Fuck Fridays for Future

FFF: Klimaschutz ist eine Sache für Profis

Alle treusorgenden Eltern wünschen sich, dass es ihren Fridays-For-Future-Kindern in Zukunft mal besser gehen möge, als ihnen selbst. Alle Eltern? Ja, alle Eltern. Sie denken es zumindest. Sie sagen es zumindest. Zum Glück für unser armseliges, im Endstadium befindliches Wirtschaftssystem und sehr zum Leidwesen des über alles geliebten Nachwuchses handeln sie jedoch komplett anders. Dieses zynisch-dämliche Verhaltensmuster ist bei weitem keine Ausnahme, sondern die Regel. Wenn jeder nur an sich denkt, ist doch an alle gedacht. Oder nicht?

Wie wahr. Beim anstrengenden Blick über den berühmten Tellerrand rutscht die Mehrheit gerne wieder auf ihre bequeme Ausgangsposition zurück. Hoch oben weht nämlich eine steife Brise der Veränderung. Da muss man sich warm anziehen. Mitten in der gewohnten Suppe ist es dagegen schön gemütlich und warm. Man hat immer satt zu essen. Warum sich also ändern? Und mal ehrlich: Gegen die Gesetze der Erdanziehung ist eben kein Suppenkraut gewachsen. Weiter so, lautet die Devise.

Nicht auf diesem Niveau, bitte!

Sollen doch die anderen vorangehen! Diese Schlaumeier. Gute Idee, aber wenn alle so denken (s.o.), bewegt sich halt nichts. Wie wär’s denn mal, selber mit gutem Beispiel voran zu gehen? Was, ich? Ja, du! Wie jetzt, Verantwortung übernehmen? Ja, zum Beispiel, ist das denn so schwer? Natürlich ist das schwer, sauschwer sogar. Warum? Weil unser Thailand-Urlaub schon lange gebucht ist. Der nächste übrigens auch schon – man muss sich ja rechtzeitig die Schnäppchen sichern.

Nachhaltigkeit

Aha, und Schnäppchen sichern, wofür? Für’s eigene Vergnügen? ICH, ICH, ICH…und wenn’s drauf ankommt, NICHT an die Umwelt denken? Komm’, Raabler, hör’ auf, auf diesem Niveau muss ich mich mit dir nicht unterhalten. Geht ja gar nicht. Ok, also Fuck Fridays for Future? Das hab’ ich nicht gesagt, meine Kinder machen da auch mit. Ach so, während deine Kinder bei Wind und Wetter für ihre Zukunft demonstrieren, liegst du mit deinem Partner dösig im puderweißen Sand von Kho Samui? Halt endlich dein Maul, Raabler!

Fridays for Future oder: business as usual

Das Blöde am Klimawandel ist, dass man ihn nicht riechen, fühlen und schmecken kann. Sehen schon. Aber zum Glück ja nicht vor unserer Haustür. Insofern: Business as usual! So lange, bis irgendwann mal auch unsere Keller in der bisher von Klima-Extremen verschonten Norddeutschen Tiefebene mal so richtig volllaufen werden. Blöderweise verbringen wir just in dem Moment eine wunderbare Zeit auf der weltberühmten Whale-Watching-Insel namens Maui auf Hawaii.

Instagrammable

Ist man nur einmal für lächerliche vier Wochen am anderen Ende der Welt unterwegs, passiert gleich ein Malheur. Darf man das Haus denn gar nicht mehr verlassen? Es ist zum Kotzen. Wer entsorgt jetzt bitte die dreckige, stinkende Jauche aus Este und Elbe? Ach, gucke, bei der Gelegenheit könnten sich doch prima unsere Kinder endlich mal nützlich machen. Zum Beispiel, indem sie die vielen ehrenamtlichen Einsatzkräfte im Kampf gegen die Fluten unterstützen.

Ach, die sind selber grad als Backpacker in Australien und Neuseeland unterwegs? Die heutige Jugend denkt aber auch nur noch an sich. Wo haben die das bloß her? Woher soll der Raabler das wissen?

“Glück besteht darin, die Eigenschaften zu haben, die von der Zeit verlangt werden.”
(Henry Ford, amerikanischer Unternehmer u. Autobauer, 1863-1947)

Raabler-Blogpost:
Klimawandel: Wir haben verstanden

Raabler-Web-Tipp:
Flugscham

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