Und sonst so?

Gamer: Für Flocken zocken

Ein junger Gamer in seinem Element.

Verrückt, mit was man heutzutage sein Geld verdienen kann. Es soll noch Vollspacken geben, die auf ihre einfallslos-dämlichen Eltern hören und den klassischen Weg von der Grundschule bis zum Gymnasium gehen. Die anschließend eine attraktive Lehre antreten oder über ein vermeintlich viel versprechendes Studium nachdenken. Ein echter Gamer lacht über derlei fehlgeleitenden Bildungsbürger-Müll. Nur weil’s ihre spießigen Erzeuger in Ermangelung jeglicher Phantasie nicht anders gelernt haben und davon faseln, dass es ihrem Nachwuchs später einmal besser gehen soll.

Vielen Dank auch! Gut gemeint von den Erwachsenen, aber im Grunde eine riesige Zeitverschwendung. In der modernen Arbeitswelt reicht für gewöhnlich der einfache Realschulabschluss. Für den äußerst seltenen Fall der Fälle, dass es mit der Gamer-Karriere doch nichts wird. Dann kann man immer noch bei der Bank anfangen. Die nehmen zuversichtlich jeden Idioten, der das Wort “Libra” und “Bitcoin” buchstabieren kann. Weil deren Stammpersonal mit diesen neumodischen Kram völlig überfordert ist.

E-Sport

Als Gamer bei Schlacke 07

Nein, es gilt als junger Mensch, jede freie Minute vor den Bildschirmen der Computer, Notebooks, Tablets und Smartphones zu verbringen. Mach’s wie Tim. Der hat mit seinen gerade mal 16 Lenzen einen gut-dotierten Profi-Vertrag als E-Sportler bei Schlacke 07 unterschrieben. Vorrangig für das Fußballspiel “Fifa 2020”. Sein Job wird sein, den beliebten Traditionsverein aus dem Pott bei seiner Transformation zum globalen Medienunternehmen zu begleiten. Das geht am besten mit regelmäßigen Turniererfolgen gegenüber der lästigen Konkurrenz aus dem In- und Ausland.

Aber selbstverständlich muss er auch die anderen angesagten Videospiele beherrschen. Nur Fußball wäre ja auf Dauer zu langweilig. Schließlich sollen möglichst viele junge Menschen, die bisher nichts mit dem (Fußball)Sport oder dem Verein am Hut hatten, für die Erreichung ambitionierter Gewinnziele gewonnen werden. So viel Ehrlichkeit sei an dieser Stelle erlaubt: Es geht in erster Linie um Kohle. Damit ist nicht dieses schwarze Zeug aus den Flözen, sondern die saubere Kohle auf dem gemeinnützigen Vereinskonto gemeint. Glück auf!

Auf allen Kanälen zu Hause

Ein Profi-Gamer ist auf allen Kanälen zuhause. So auch auf “League of Legends”, “Counter-Strike”, “Dota 2”, “Fortnite”, “Overwatch” und wie sie alle heißen. Der Raabler ist erfreut, das er auf Sportschau.de einen kleinen Einblick bekommt, worum es bei dem ganzen Zirkus überhaupt geht. Man darf sich schließlich vor lauter Gleichgültigkeit nicht den wichtigsten gesellschaftlichen Strömungen verschließen. Wer nicht mitzieht gerät schnell unter’s Rad, wie bereits Hermann Hesse vor über 125 Jahren zu hören bekam. Wenn auch in einem etwas anderem Zusammenhang.

Krieg als Computerspiel

Da ist die Rede von “zerstören”, “KI-Monster”, “gegnerische Champions töten”, “Terroristen”, “Anti-Terroreinheit”, “Bomben entschärfen”, “am längsten überleben”, “Waffen sammeln”, “Schlachtfelder”, “Kampfeinheiten”, “duellieren und kontrollieren” und “Lebenspunkte des Gegners auf Null bringen”. Im Grunde völlig harmloses Vokabular, wie man es tagtäglich bei der “Tagesschau” zur besten Sendezeit gewohnt ist. Der Kreis schließt sich, denn “Sportschau” als auch “Tagesschau” sind dicke ARD-Flaggschiffe.

Gewalt als Sport

Womit wir wieder beim Thema “Gewalt” sind. Töten verkommt zur reinen Sportdisziplin. Massaker degenerieren im Rahmen von Ego-Shooter-Spielen zur endgeilen Belustigung einer ganzen (jungen) Generation. Gesponsert von weltbekannten Unternehmen und Vereinen, die dem sinnbefreiten Treiben mit millionenschweren Preisgeldern auch noch einen Hauch von Seriösität und Wettbewerb einzuhauchen versuchen. Wie pervers ist das denn? Willkommen im 21. Jahrhundert!

“Wo Gewalt angewandt wird, da wird Gewalt geweckt.”
(Karl Jaspers, deutscher Psychiater und Philosoph, 1883-1969)

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