Gesellschaft

Hotel Mama mit coolem Late-Checkout

Hotel Mama

Knallharte Fakten in diesen elenden Hundstagen: Weltweit finden immer weniger junge Erwachsene stichhaltige Gründe für den Auszug aus dem “Hotel Mama”. Funktioniert der Mietendeckel also doch nicht? Man mag es kaum glauben. Liegt es vielleicht daran, dass kein Schwein mehr arbeiten, aber alle irgendetwas studieren wollen? Am liebsten in Hamburg, wo das Wohnen bekanntlich am günstigsten und die Gefahr, sein nicht vorhandenes Geld zu verplempern, am größten ist? Der Raabler stellt mal wieder steile Thesen in den luftleeren Raum.

Mehr als 45 Prozent der unter 45-Jährigen (Achtung: Satire!) leben in Deutschland noch (oder wieder) bei ihren Erzeugern. Söhne länger als die Töchter. In modernen Zeiten, in denen Begriffe wie “Sportficken” und “Freundschaft Plus” das Zusammenspiel der Geschlechter ganz ungeschminkt definieren, eine unschwer nachzuvollziehende Entwicklung.

Erziehung 4.0

An der Erziehung kann es nicht liegen

Ein wenig kränkend für das starke Geschlecht ist in diesem Zusammenhang die wissenschaftlich fundierte Erkenntnis, dass junge Frauen potentiellen männlichen Partnern in Sachen Bildung und Bewältigung von Lebensherausforderungen nicht nur einen kleinen Deut voraus sind. Angeblich klaffen hier Lücken. Wie kann das angehen in einem Umfeld absolut gender-neutraler Erziehung?

Jungs müssen doch schon seit Jahren genauso ran beim Kochen, Waschen, Putzen, Bügeln, Aufräumen, Staubsaugen, Einkäufe erledigen und was es sonst noch so an verantwortungsvollen Aufgaben rund um die Haushaltsführung gibt. Oder etwa nicht? Nein? Machen alles immer noch eher die zickigen Schwestern? Ja, gibt’s denn sowas? Da hat die Politik aber komplett versagt. Am Elternhaus kann jedenfalls nicht liegen. Da legt sich der Raabler fest.

Instagrammable

Hotel Mama als Lebenseinstellung

Tja, wenn’s denn so wäre, dass die Töchter immer noch das Heft des hauswirtschaftlichen Handelns in der Hand hielten. Dann hätte beim späteren Zusammenziehen mit dem ahnungslosen aber dauergeilen Vollbartträger wenigstens noch eine(r) den notwendigen Durchblick. Das wäre bei weitem nicht optimal, aber immerhin ein Anfang, auf dem sich aufbauen ließe.

Der Raabler hegt allerdings die Vermutung, dass im Zuge der wünschenswerten wie selbstverständlich notwendigen Emarzipanisierungsbestrebungen der letzten Jahrzehnte allein aus Proporzgründen eine Gegenbewegung stattgefunden hat. Mädchen lassen sich nicht mehr so leicht von den Müttern (von wem sonst?) vor den Haushaltskarren spannen. Zu mächtig sind die Verlockungen und Verheißungen der asozialen Medien.

Ehepaar im Streit

Paula kommt – doch nicht!

Wenn demnach also beide Geschlechter beim Zusammenziehen keine (Lebens-)Ahnung mitbringen, dafür umso Mehrwert legen auf Platz, Speicherplatz und flutschende Tri-Band-Router im Reichweiten- und Geschwindigkeitsrausch, dann “Gute Nacht, Marie!” Stress lass’ nach. Aber er lässt nicht nach. Wie denn auch? Dann doch besser intuitiv noch ein wenig länger im Hotel Mama verbringen….

Jetzt ahnen wir auch, warum sich unsere Jugend trotz Instagram, Facebook, Twitter, Tinder, Youporn und Konsorten zielsicher in die frühzeitige Lebenskrise mit inkludierter sexueller Orientierungslosigkeit hinein manövriert. Dann kann Paula noch so oft kommen wie sie will. Bevor von Menschenhand konzipierte Roboter das Kommando gänzlich übernehmen, wäre es nicht unklug, den kleinen wie großen Menschenkindern im Hinblick auf (Lebens-)Verantwortung ein bisschen mehr als nur theoretisches Basiswissen zu vermitteln.

“Raabler, das sagt mal wieder der Richtige! Du kleiner Schlaumeier, du!”

“Der Mann ist schwach, die Frau ist das stärkere Geschlecht. Es wird nicht mehr lange dauern, und die Frau wird die Welt regieren.”
(Richard Lindner, amerikanischer Maler, 1901-1978)

Raabler-Blogpost:
In Quarantäne fliegen Späne

Raabler-Web-Tipp:
Rainald Grebe: Hotel Mama

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