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HSV zurück in der Spur!

HSV zurück in der Spur

Aufatmen im Umfeld des Hamburger SV. Was bisher nur der Raabler wusste: Der neue Trainer Daniel Thioune wurde bereits vor dem Stadtderby gegen den FC St. Pauli am 30. Oktober 2020 zum Rapport bei Sportvorstand Jonas Boldt einbestellt. Fünf Siege in den ersten fünf Spieltagen der neuen Saison ließen die Alarmglocken auf’s Schrillste läuten. Die versammelte Fachkompetenz im heimischen Medienwald (und nicht nur dort) faselte erneut vom Wiederaufstieg in die 1. Corona-Geisterliga. So konnte und durfte es nicht weitergehen. Liebe Leute, beruhigt euch, der HSV ist zurück in der Spur.

HSV

Und diese Spur kennt seit dem völlig unerwarteten wie unverdienten Abstieg im Mai 2018 nur einen Fixpunkt: Nie mehr 1. Corona-Geisterliga! Wir machen es uns stattdessen im Unterhaus gemütlich. Ist das denn so schwer zu begreifen? Euphorie schön und gut, aber man muss auch mal den Michel im Dorf lassen. Ob man nun in der ersten Etage in Bestbesetzung gegen eine unmotivierte B-Elf des FC Magenta zweistellig vor 45 Zuschauern vergeigt, oder zum dritten Mal vor 39 Zuschauern gegen Heidenheim in der Nachspielzeit. Total egal!

Schizos an die Macht!

Für die deutsche Trainerhoffnung Thioune ist es selbstredend ein ungemütliches Vabanquespiel. Fährt er Siege ein, wird er von außen gefeiert wie ein Messias. Intern gibt’s nach jeder PK geflegt was auf die Fresse. Setzt er nach dem Treffen mit Boldt konsequent die vorgegebene Loser-Marschroute in Richtung Klassenerhalt um, gibt’s von der Presse in die Fresse. Intern wird ihm daraufhin äußerste Loyalität und Lernfähigkeit bescheinigt. Schizophrenie, ick hör’ dir trapsen!

Der Hamburger Weg

Oder wie der Raabler immer wieder sagt: Macht man’s verkehrt, ist’s auch nicht richtig! Gut, das Unentschieden im Derby gegen die Braun-Weißen am 30. Oktober 2020 musste wegen der Brisanz mit einer Punkteteilung über die Runden gebracht werden. Das anschließende Remis bei den Störchen war dagegen schon ein echter Betriebsunfall. Null Punkte mit einer deutlichen Klatsche waren fest eingeplant. Und dann das! Es folgte ein vierminütiges Vier-Augen-Gespräch zwischen Trainer und Sportvorstand.

Ein Spiel dauert 90 Minuten

Danach war der ehemalige Wundertrainer von der Bremer Brücke endgültig eingenordet. So sagt man bei uns im Hohen Norden. Letzte Woche die knackige 1:3-Heimpleite gegen CL-Anwärter VfL Bochum. Heute zum wolkenverhangenen 1. Advent (“Advent, Advent…der HSV-Baum brennt!”) das Nachlegen in Form einer unnötigen aber notwendigen 2:3 Niederlage bei den besagten Heidenheinzels. Zunächst der frühzeitig wie leichtsinnig heraus geschossene Zwei-Tore-Vorsprung. Dann doch noch das krachende Finale mit goldenem Gnadenschuss in der Nachspielzeit.

Der HSV hat mit Trainer Dieter Hecking den Klassenerhalt in der zweiten Fuballbundesliga fest im Visier.

Mehr Timing geht nicht. Ein überdeutliches Signal an alle alten und neuen HSV-Fans: Auf uns ist Verlass! Bei Vorsprung knallhart und kräfteschonend in den bewährt arroganten Verwaltungsmodus umswitchen. Den Gegner schnell wieder damit aufbauen. Und in der soundsovielten Minute der Nachspielzeit die Punkte herschenken. Wichtig: Die Betonung liegt auf Nachspielzeit. Wegen Pech und so. Auch Ulreich und Terodde haben’s endlich gecheckt. Willkommen im Klub!

HSV zurück in der Spur

Kein Fußballspiel dauert diese ominösen 90 Minuten. Wer das behauptet, ist uncool oder hat den Sport nie richtig begriffen. Nur Doofe und blutige Amateure laufen bis zum Schluß wie rollige Straßenköter mit herunterhängender Zunge und sinnbefreit jedem Ball hinterher. Beim HSV gibt es das nicht. Und der Misserfolg gibt den Verantwortlichen Recht. Fußball kann so einfach sein! Darin liegt seine ganze Faszination.

Der Raabler freut sich auf die morgigen Headlines aus den vermufften Homeoffice-Redaktionen der Papier verarbeitenden Industrie:

HSV zurück in der Spur!”
Oder besonders kreativ:
“Erreicht der Trainer die Mannschaft noch?”

Update vom 06.12.2020
Auch gegen CL-Anwärter Hannover 96 gab es für den HSV beim gestrigen Heimspiel nichts zu holen. Kein Wunder, reiste doch der Gegner mit der breiten Brust von fünf Auswärtsniederlagen nacheinander an die Elbe. Überflieger Sonny Kittel mit seiner berüchtigten Null-Performance-Strategie nahm sich in der 25. Spielminute selbst eine dringend benötigte Auszeit. Sein berechtigter Platzverweis lieferte die billige Ausrede für die abermals enttäuschende Vorstellung der Hamburger. Preisfrage: Wo stünde das TOP-Team von Daniel Thioune ohne die Treffer von Simon Terodde (der das Toreschießen aus unerfindlichen Gründen ebenfalls eingestellt hat)? Richtig, in unmittelbarer Nachbarschaft vom Stadtrivalen – also auf einem Abstiegsrang. So viel dazu…

“Wunderlich, wie alles wiederkommt und alles so furchtbar folgerichtig.”
(Hermann Hesse, deutsch-schweizerischer Schriftsteller, 1877-1962)

Raabler-Blogpost:
Die neue sportliche Heimat des HSV

Raabler-Web-Tipp:
FC Heidenheim – HSV 3:2

Hotel Mama
“Moin, Herr Müller, als langjähriger HSV-Berichterstatter kann ich definitiv sagen, dass dieser Verein oft nur mit Humor zu ertragen ist. Sollte Niko Kovac nächstes Jahr tatsächlich HSV-Trainer werden, werde ich Sie zu einem Interview einladen. Versprochen!”
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