Adam & Eva

In Quarantäne fliegen Späne

Quarantäne

Komisch, dass in der deutschen Sprache bei so vielen Wörtern, in denen der Buchstabe “ä” vorkommt, etwas Negatives mitschwingt. Beispiele gefällig? Quälerei, Ängste, mäkeln, Säbel, Ärzte, ätzend, Ärger, Ältere, Lärm, Häme, Blähungen, dämlich, Gäste, Hyäne, Käfig, Krähe (nein, der Raabler ist keine Krähe), Nässe, zäh, Zäune, Ärsche, Blähungen, Diäten, aufhängen, Abfälle, ärmlich, erbärmlich, Affäre. Raabler, ist gut jetzt! War sonst noch was? Ach, ja, die NÄHE. Zwischen zwei oder mehr Menschen. Und die hängt bekanntlich sehr eng mit der aktuellen coronalen Quarantäne zusammen. Folglich sehr, sehr schlächt! Verzeihung: schlecht!

Es ist aber auch zu komisch mit den Menschen. Vor allem mit Mann und Frau. Ist alles noch ganz frisch, kommt man die ersten drei Tage (mindestens!) nicht aus den Betten heraus und vermeidet im Modus permanenter Nacktheit jedes Tageslicht. Es kann gar nicht eng genug sein. Wäre das lebensnotwendige Luftholen nicht so von Bedeutung, würden verliebte Paare versuchen, noch mit der Zunge im Hals ihres jeweiligen Traumpartners einzuschlafen. Geht nicht, also versucht es erst gar nicht.

Mit Homeoffice in den Wahnsinn

Aber über diese von temporärer Weltfremdheit geküssten Glückskekse geht es hier leider nicht. Eine erdrückende Mehrheit der Paare befand sich bereits vor “Corona” im Modus resignativer Ehezufriedenheit. Die gerade noch so aufrecht zu erhalten war, wenn wenigstens einer der beiden Protagonisten sich tagsüber vom Acker machte. Zum Beispiel, um einer prekären Arbeit nachzugehen. Mit gut gelaunter Rückkehr bitte nicht vor 17.30 Uhr. In Worten: “Geh’ mir aus den Augen, Schatz, ist besser so!”

Tja, und dann kam Corona. Und mit Corona kamen Resturlaub, Zwangsurlaub oder die absolute Höchststrafe im Hinblick auf zuvor mühsam erkämpfte Freiräume im Dschungel des alltäglichen Miteinanders: Homeoffice. Für einen. Für beide. Egal. Befristet. Bis auf weiteres. Scheißegal. Der Wahnsinn bricht sich Bahn. Alternativlos. Gut, der eigene höchst-nervige Hochbegabten-Nachwuchs lässt sich bis zu einem gewissen Alter mit einer Dosis “Valiumil” ruhigstellen.

Quarantäne und die Antwort lautet “B”

Nur was tun mit dem nicht minder nervigen Partner? Er oder sie MUSS ja jetzt in den eigenen vier Wänden verweilen. Da hilft kein Jammern und kein Hoffen. Alle Fluchtwege sind versperrt. Hier, nimm’ das, Lebenspartnerschaft oder Ehe: die unerwünschte NÄHE. Quarantäne ist oberste Bürgerpflicht. Geduld, Rücksicht und Empathie wären das Gebot der Stunde. Stattdessen liegen die Nerven blank. Der “Blanke Hans” war nichts dagegen. Verrückte Welt!

Zum Glück lassen die obligatorischen repräsentativen Erhebungen nicht lange auf sich warten und versüßen den Alltagsstress der Betroffenen.

Fangfrage: Was wäre Ihnen lieber?
A: Ihr(e) Partner/in verbringt mit Ihnen frohe Tage/Wochen des Glücks und der Harmonie – in trauter Umgebung und bei bester Gesundheit. Oder…
B: Wird mit 39,5 Grad Fieber und Verdacht auf…

B…B…ICH WÄHLE B!!!!

“Bei Leuten, die ein gutes Verhältnis zueinander haben, kann man sicher sein, dass sie kein Verhältnis miteinander haben.”
(Lore Krainer, österreichische Kabarettistin, *1930)

Raabler-Blogpost:
Hotel für kurz Zerschossene

Raabler-Web-Tipp:
Homeoffice in Zeiten von Corona (extra 3)

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