Und sonst so?

Jeden Tag Scheiß-Nachrichten

Nachrichten im Überblick

Schlimmer geht immer! Danke, Corona! Dabei waren die Bundesbürger schon vorher täglich einem Nachrichten-Cocktail aus allen Schlechtigkeiten dieser Welt ausgesetzt. Die verstecken sich unter harmlos klingenden Formaten wie z.B. “Heute-Kotz”, “Tages-Kotz”, “Kotz-Journal” und “Themen-Kotz”. Für den objektiven Blick auf Mensch und Tier. Parallel dazu entwickelten sich in den vergangenen Jahren spannend moderierte Talksendungen rund um Politik, Wirtschaft und Soziales zum Quotenhit. Stellvertretend seien hier genannt: “Anne will nicht mehr”, “Matschberger”, “Maybritt (the) Killer” und “Hart aber schwer”.

Ewig die gleichen Themen. Ewig die gleichen Gesichter. Ewig die gleiche anfängliche, betont sachliche Rededisziplin in der Runde. Ewig das gleiche emotionale Ins-Wort-Gefalle und affige Durcheinandergebrülle nach Ablauf einer imaginären Schamfrist. Ewig die gleiche Rat- und Ergebnislosigkeit am Ende der Sendung. Schön, dass wir mal drüber gesprochen haben. Wir bedanken uns bei allen Diskutanten dafür, dass sie ihre üppiges Antrittshonorar sozialen Projekten zukommen lassen werden. Chapeau!

Nachrichten für Menschen mit “Eiern”

Für die einen ist es leicht durchschaubares Betroffenheits-TV mit Aufregerpotential. Für die anderen nichts anderes als pseudo-intellektuelles Dauer-Geschwafel mit Einschlafgarantie. Zu welcher Gruppe zählst DU dich? Ach, komm’, ist doch vollkommen egal. Denn wirklich ändern tut sich nichts in dieser Welt. Wie sagte Warren Buffett, amerikanischer Multi-Milliardär, bereits vor 15 Jahren: „Es herrscht Klassenkrieg, richtig, aber es ist meine Klasse, die Klasse der Reichen, die Krieg führt, und wir gewinnen.“

Milliardäre

Das ist doch mal ein Statement. Dazu passend ein Zitat aus dem ähnlich populären Munde unseres allgegenwärtigen Torwart-Titans: “Eier, wir brauchen Eier!” Vollkommen richtig. Die Menschen brauchen klare Ansagen. Nicht nur in “lupenreinen Demokratien” wie Russland (na, wer hat’s gesagt?), sondern auch in den letzten ultra-reinen Bastionen der Pseudo-Freiheit im heiligen Abendländle. Wird eigentlich das Smartphone von Angie immer noch vom smarten Barack Obama…äh…Ronald Dump abgehört? Man weiß es nicht…

Globalisierung statt Hamsterrad

Aber selbst das ist vollkommen egal. Wir sitzen alle in einem Boot. Mit dem Namen “Galeere”. 99 Prozent der Besatzung hängt die Zunge aus dem Hals, weil sie sich beim Rudern dem gnadenlosen 80er-Rhytmus zu beugen hat. Asterix-Fans wissen Bescheid. Das restliche eine Prozent sind die Kavier fressenden Tonnenklopfer, die genau diesen Takt vorgeben. Preisfrage: Wer ist priviligiert? Wer profitiert? Na? Und wer kommt mehr ins Schwitzen? Schwitzen ist gut. Es fördert die Durchblutung und die Zell-Neubildung. Überhaupt ist Rudern lebensverlängernd. Echt, jetzt!

Das ganze Bühnenstück nennt sich ürigens Globalisierung. Klingt auf alle Fälle freundlicher und moderner als das blöde Hamsterrad. Wir stehen erst am Anfang dieser epochalen Entwicklung, die sich den Wohlstand für alle auf die Fahnen geschrieben hat. Für alle? Ja, für alle, die sich zum geistigen Freundeskreis von Mr. Buffett und humorlosen Investmentbanken wie Blackrock zählen. Dabei sagte Mr. Buffett mit einfachen Worten die ungeschminkte Wahrheit. Der Mann hat mehr als zwei Eier im Nest…

Krisen-Nachrichten als Chance begreifen

Der Raabler hat sich die ganze Zeit über gefragt, wie die braven Bürgerinnen und Bürger all diese Negativ-Meldungen aus den “Stalin-Orgeln” einer bedenklich aufgepumpten Medienindustrie psychisch verkraften können. Erstaunlich viele haben sich offenbar eine gute Portion Resilienz im Laufe der Leidensjahre angeeignet. Gut so, denn die werden wir noch dringend brauchen, wenn der technische Fortschritt es uns in absehbarer Zeit ermöglicht, mit nur noch ca. 30 Prozent des heutigen Arbeiterpotentials auszukommen. Ohne Wohlstandsverlust? Na, klar! Gewerkschaften, zieht euch schon mal warm an!

Corona-Glaskugel

Apropos Psyche. Die aktuelle Virus-Krise liftet den täglichen Nachrichten-Wahnsinn in beinahe unerträgliche Sphären. Sollte man meinen. Es mag pervers klingen, aber der Raabler bekommt den Eindruck, dass das Fass gerade wegen Corona nicht zum Überlaufen kommt. Der temporäre Zusammenbruch zwingt die Menschen zum ungewohnten Inne- und Maßhalten. Zusammenhalt und Demut sind urplötzlich die Losungen der Stunde. Aus Theorie wurde erzwungene Praxis.

Geht’s auch im Schonwaschgang? Nein!

Verdammt, hätte man das der “Krone der Erschöpfung” nicht im sensiblen Schonwaschgang für Bio-Merinowolle beibringen können? Ach, du Kindskopf! Natürlich nicht! Unsere “Wäsche” war im Laufe der kostbaren Jahre dermaßen verdreckt, verklumpt und verspackt. Manche sagen sogar vollgeschissen. Da half nur noch 90 Grad, 10.800 Umdrehungen plus die volle Dröhnung bleichiges Brechmittel. Sofort. Und danach noch mal von vorne – das ganze Programm. Es soll schließlich zu unserem Besten sein!

“Die nützlichsten Erfahrungen, die man macht, sind die schlechten.”
(Thornton Wilder, amerikanischer Schriftsteller, 1897-1975)

Raabler-Blogpost:
Schlafstörungen im Paradies

Raabler-Web-Tipp:
ZDF Heute Journal: Verfolgungswahn (Switch Reloaded)

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