Und sonst so?

Kleiner Nachschlag für Udo Lindenberg

Udo Lindenberg

Jetzt kein richtiger Schlag ins Gesicht für den nimmermüden Pankower Eisenbahner und unserer musikalischen Abrissbirne in Sachen Mauerbau. Ein kleiner Klapps auf den Hinterkopf reicht auch. Wir wollen das Ganze ja nicht unnötig hochsterilisieren. Aber der Raabler hat schon noch einige Anmerkungen zum kürzlichen Porsche-Klau aus einer bekannten Jugenherberge am Hamburger Alsterufer. Hier nämlich wohnt bekanntlich “uns Udo”, der dünnbeinige Panik-Rocker mit dem legendären Schlapphut, seit Menschengedenken in bescheidensten Verhältnissen. Corona zwang ihn zum vorübergehenden Auszug aus seinem Etagenbett-Zimmer.

Was blieb war sein allerliebstes Stück. In der Tiefgarage. Ein Porsche 911 R, eine auf 991 Exemplare limitierte Baureihe. 500 PS warten (un)geduldig auf erlösende Gaszufuhr. Eine Höchstgeschwindigkeit jenseits der adrenalinen Schmerzgrenze von 300 km/h lässt keine Wünsche offen. Das puristisch anmutende Leichtbau-Modell war ab Werk nur in Weiß oder Silber mit roten oder grünen Streifen über Dach und Motorhaube erhältlich. Udo ließ “sein Teil” extra auf schwarz mit roten Streifen umlackieren. Lag der damalige Neuwert bei ca. 200.000 Euro, werden mittlerweile 500.000 – 600.000 Euro aufgerufen. Man gönnt sich ja sonst nix.

Auto im Kreisverkehr

Udo arbeitet ab 280 km/h am effektivsten

Endlich mal eine kluge Wertanlage für den populären Porsche-Markenbotschafter und obersten Klimaschützer. Die 100.000 DM Ende der 80er Jahre hätte er ja leichtsinnigerweise bei einem gewissen Jürgen H. fast in den Sand gesetzt. Puh, noch mal gut gegangen. Aber nun das Malheur in der Nacht vom 22. auf den 23. Juni 2020. Udo hatte sich für 3 Uhr nachts mit Florian Silbereisen und Stefan Mross zum Porsche-Cruisen auf der A1 verabredet. Ihm war nach spontane Inspiration für neue Arrangements und frische Texte.

Die kommen ihm regelmäßig ab einem Tempo jenseits der 280 km/h. Dieses Mal leider nicht. Denn der kraftstrotzende Bolide stand ausnahmsweise mal nicht dort, wo er sonst für gewöhnlich steht. Nichts stand da. Außer dem Udo unterm spackigen Filzhut die Resthaare zu Berge. Das muss ein erschütternder Anblick gewesen sein. Also, der leere Platz in der Tiefgarage. Wer konnte nur so derart dreist sein? Und wieso hat die Sprinckleranlage nicht ausgelöst? Fragen über Fragen…

Renate ist eine Granate!

Zum Glück tauchte das edle Stück nur 60 Stunden später in der Tiefgarage eines Mehrfamilienhauses im schleswig-holsteinischen Ahrensburg wieder unversehrt auf. Ganz Deutschland im Jubelrausch. Und wer hat’s geregelt? Genau, eine 84jährige Rentnerin. Die wunderte sich über die merkwürdige Sportskanone in der ansonsten bieder bestückten Parkgarage. Und rief umgehend die Polizei. Udo musste sich erst einmal einen “Feierlikör” auf die frohe Botschaft reinziehen.

Autofreie Innenstadt in Hamburg

Wer will es ihm verdenken. Blöd nur, dass er dachte, er würde als preisgünstiges Dankeschön für die rüstige wie aufmerksame Renate S. mit einem Blumenstrauß und einer Einladung zum einem seiner nächsten Stadionkonzerte davon kommen. Blumen kommen immer gut, schon klar. Aber ein kostenloser After-Corona-Gig mit vermutlich weiteren 50.000 Fans im weiten Rund und einer Dauerbeschallung jenseits der 100 Dezibel für eine Rentnerin eventuell nicht so sehr. Mensch, Udo!

Udo hat nachgelegt…

Geht’s noch? Soviel Geld, wie du auf deinen diversen Bankkonten über die Jahre gebunkert haben musst, kannst selbst du in deinem Leben weder verzocken, verqualmen noch versaufen. Oder etwa doch? Gemach, einen Finderlohn von mindestens 25.000 Euro hättest du mal ganz locker aus der Hüfte wachsen lassen können. Stattdessen muss dich Renate eben genau auf diese Möglichkeit der Anerkennung aufmerksam machen. Peinlich, Alter! Sehr peinlich!

Locker

Aber wie der Raabler ganz aktuell zu Gehör bekommen hat, teilst du mit deiner “neuen Freundin” (soviel Altersunterschied ist ja auch nicht – hihi) ein “sweet secret”. Scheinst also doch noch deine abgegriffenen Spendierhosen im Altkleiderschrank gefunden zu haben. Noch mal Glück gehabt, Meister! Wäre sonst zum PR-Desaster mutiert, die ganze Chose. Und du weißt schon, dass übertriebener Geiz die Herzmuskeln verkrampfen lässt und zu schweren Folgeschäden führen kann? Nicht? Dann weißt du’s jetzt, mein Freund!

FFF und Hermann Hesse are not amused

Übrigens: Keine lieben Grüße soll ich dir von der FFF-Bewegung schicken. Die finden dich zwar mega-cool, aber dafür deinen Protz-Porsche mega-uncool. Fehlt nur noch, dass du dir jeden Abend bei deinem Lieblings-Griechen um die Ecke den fleisch-bepackten Panik-Teller reinziehst. Na? Na? Macht’s du’s? Ach, ja, von einem deiner Lieblingsdichter, Hermann Hesse, soll ich dir posthum auch Grüße ausrichten. Er fühlt sich geehrt, dass du seine Bücher verschlungen hast.

FFF: Klimaschutz ist eine Sache für Profis

Gleichzeitig ist er jedoch der bedauerlichen Ansicht, dass du seine vielschichtigen Botschaften nur zu maximal 25% verstanden zu haben scheinst. Er empfiehlt dir für den Anfang bzw. Wiedereinstieg die erneute Lektüre des “Steppenwolf”. Hier insbesondere die Visionen mit den Autos im “Magischen Theater”. Weißt schon, oder?

Ach, und erst jetzt kapiert der einfältige Raabler die Liedzeilen von “Hinterm Horizont”. Dort heißt es u.a.:

Du und ich
Das war einfach unschlagbar
Ein Paar wie Blitz und Donner
Und immer nur auf brennend heisser Spur.
Wir war’n so richtig Freunde für die Ewigkeit
Das war doch klar


Es dreht sich offensichtlich gar nicht um eine Liebesgeschichte zwischen zwei Menschen, sondern zwischen Mensch und Maschine (Porsche). Mensch, Udo, soviel Doppelbödigkeit hätte dir der Raabler nun wirklich nicht zugetraut.

“Geizige Männer schenken einen Lippenstift, weil sie ihn nach und nach zurückholen können.”
(Zsa Zsa Gabor, amerikanisch-ungarische Schauspielerin, 1917-2016)

Raabler-Blogpost:
Hamburg macht sich locker

Raabler-Web-Tipp:
Udo Lindenberg im Panik Porsche

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