Reise

Knödel Tris statt Schaschlik-Spieß

Knödel

Südtirol ist immer eine Reise wert. Zumindest dann, wenn das Auswärtige Amt keine expliziten Corona-Warnhinweise bekannt gibt. Nur ungern erinnern wir uns daran, dass Italien zu Beginn der Pandemie die weltweit höchsten Infektionsraten zu beklagen hatte. Südtirol ist nun mal Norditalien. Ein mulmiges Gefühl schwingt daher immer mit, wenn man sich für einen “unnötigen Urlaub” auf den Weg dorthin macht. Aber, komm’, des Raablers Tochter wohnt als Wahl-Mailänderin seit drei Jahren putzmunter in einem der seinerzeit größten Epizentren von Covid-19. Zeit und Gelegenheit also für ein paar bemerkenswerte Reise-Splitter aus dem Land der Knödel.

Merano

Haben Sie eine Voranmeldung?

Knödel ist schon mal ein gutes Stichwort. Der Raabler und seine beste Lebensgefährtin von allen lieben Knödel. Im Zusammenspiel mit Kaiserschmarrn rangieren die kugelrunden Sattmacher in der Gunst der deutschen Urlauber in Sissihausen ganz weit oben. Neben wagenradgroßen Pizzen in allen Variationen – natürlich. Über die Umwelt-Suchmaschine ECOSIA kann man sich die für diese Speisengruppe top-bewerteten Gasthäuser und Restaurants prima ergoogeln.

Man sollte sich jedoch nicht einbilden, dass man als Südtirol-Urlauber ohne örtliches Insiderwissen mit dieser simplen wie zeitsparenden Methode mal eben sämtliche Exklusivrechte für sich gebucht hat. Kaiserschmarrn! Die anderen sind nicht so blöd wie sie aussehen. Und so kam es für die Raablers mehrfach, wie es kommen musste. Ohne Voranmeldung brauchte man sich zu den angesagtesten Locations gar nicht erst auf den Weg machen.

Tigermücken

Gegen den Knödel-Strom

Es sei denn, man schwimmt bewusst gegen den Strom und macht sich die clevere Methode der Antizyklik zu eigen. Die funktioniert nicht nur bei der Geldanlage auf dem Börsenparkett hervorragend. Das Erfolgsrezept: Morgens in aller Ruhe und Ausführlichkeit das leckere Hotel-Frühstücksbuffett über den normalen Hunger hinaus “plündern”. Danach trotz anstrengender Wandertouren alle eventuell aufkommenden Hungergefühle lächelnd aber bestimmt beiseite schieben.

Punkt 17 Uhr steht man dann frisch gebügelt und geduscht (oder umgekehrt) mit Heißhunger vorm Eingang eines dieser begehrten Knödel-/Pizza-Hotspots. Allein. Ohne Voranmeldung. Dafür mit entspanntem Empfang seitens des aufmerksamen Personals. Inklusive freier Platzwahl unter freiem und sonnendurchfluteten Himmel. Herrlich! Verlässt man nach etwas über einer Stunde mit einem wohligen Gefühl von Satt- und Zufriedenheit die Wellness-Oase für den Magen, so bietet sich dem Gast folgendes Sittengemälde:

Wie aus eitrigem Himmel

Am Einlass sich stapelnde Einheimische und Urlauber in voller Mundschmutz-Montur. Lautes und genervtes Gebrabbel allerorten. Klar, die ersten Vorreservierten schieben schon richtig Kohldampf vor sich her, weil 18 Uhr. Und, wie gesagt, V-O-R-B-E-S-T-E-L-L-T!!! Ungeduld breitet sich im Gleichschritt mit Schwindel wegen akuter Unterzuckerung aus. Temporär überfordertes wie relativ gleichgültiges Personal versucht sich und die mit den Hufen scharrende, gesichtslose Meute aus dem Stimmungstief zu retten. Genau in dieser Reihenfolge.

Autobahn

Vor einer Stunde noch Entspannung pur. Wie aus eiterigem Himmel plötzlich nur noch ein einziges Gekrampfe. Haben etwa die “Dolomiten” am Morgen darüber berichtet, dass Knödel, Schmarrn und Pizza am Abend eng bzw. sogar “aus” sein könnten? Man weiß es nicht. Aber, logisch, dass man als “Mensch” dann noch mal schnell dabei sein möchte. Bevor die Welt untergeht. Das eine bedingt das andere: “Wie man in den Wald hineinruft…”

“Oh, ein Waldmensch!”

Apropos “Wald”: Eines schönen Abends besuchten die Raablers nach anspruchsvoller Tappeiner-Querung erneut das “Lokal ihres Verdauens”. Ohne Voranmeldung und eine Stunde später als zwei Tage zuvor. Aber minestens genauso hungrig und voller Vorfreude auf ein deftiges Alpen-Menü. Fletschepiepen! Das Lokal platzte aus allen Nähten. Oh, mein Gott, da wurde rechts neben dem Weinfass am Haupteingang doch plötzlich noch ein Plätzchen frei. Nix wie hin. Auch wenn mitten im Auge des akustischen Sturms durch das Gebrabbel und Gemurmel internationaler Knödel-Fans gelegen.

Südtirol

Aus dem Sturm wurde umgehend ein stimmlicher Orkan mit gefühlten 120 Dezibel, als sich linksseitig des besagten Weinfasses am Haupteingang ein Ureinwohner Südtirols zu seinen Bekannten setzte. So etwas hatten die Raablers – und augenscheinlich auch die ungläubig dreinblickenden Gäste im Umkreis von 15 Metern – wohl noch nie erlebt. Diese Lautstärke. Dieser Dialekt. Dieses spielerisch-sprachliche Changieren zwischen Südtirolerisch und Italienisch.

Wenn der Knödel-Traum stirbt

Schnappatmung. Man verstand nur Busbahnhof. Und suchte diskret aus den Augenwinkeln nach Marshall-Verstärkern im Grün. Da war jedoch nix zu orten. Scheiße, das Organ des Mannes aus den Tiefen des Südtiroler Urwalds brauchte keinen elektrischen Support. Alles Natur. Und binnen weniger Augenblicke zog das Schicksal erbarmungslos eine Schlinge um die knurrenden Mägen der Raablers.

Südtirol: Wenn das Warten auf den Bus kein Ende nimmt...

Kein Zweifel, der Waldmensch würde in seinem Treiben vermutlich den ganzen Abend keinerlei Schwächen offenbaren. Schnell wurde jedem klar: Er war auch nicht zum Essen gekommen, was eventuell für 10 bis 15 Minuten relative Ruhe hätte sorgen können. Nein, in wilder Reihenfolge gingen Humpen und Kurze über den Tisch. Eine wahre Freude, heimatliche Tradition und Kultur in solch naher Distanz miterleben zu dürfen. Wenn er doch nur seine Schnauze gehalten hätte! Sorry…

Keine Sekunde länger…

So einigte man sich notgedrungen auf die Exit-Strategie. Bloß schnell weg vom Ort des Grauens…äh…Geschehens. Hunger und dann diese menschliche Naturgewalt. Nix für zarte Seelen, wie dem Raabler. Das Lokal hätte sich unter normalen Umständen lichten müssen. Das Gegenteil war der Fall: Die Schmutzmasken-Schlange am Einlass wurde nicht kleiner. Voller Freude sprangen die nächsten Gäste auf die just frei gewordenen zwei Raabler-Plätze. Willkommen in Sissihausen! Das ist Südtirol!

Im Ruhewagen der Deutschen Bahn AG

“Den Abstand wahren, ist das Geheimnis der Kultur.”
(George Bernhard Shaw, irischer Dramatiker, Politiker u. Satiriker, 1856-1950)

Raabler-Blogpost:
Arme Reiseblogger!

Raabler-Web-Tipp:
Die beliebteste Vorspeise Südtirols

Monolog
Es ist ja, wie es ist: Am Anfang fliegen sich die Herzen zu, im Himmel ist Jahrmarkt und bunte Schmetterlinge absolvieren die wildesten Flugmanöver in der Magengegend…
Zwiegespräch
Nach der ersten Euphorie (gewöhnlich nach 3 bis 4 Tagen) und dem weltbesten Sex gibt’s den ersten Stress zwischen Mann und Frau…
Autofahrer
Um die Frauen braucht Mann sich keine Sorgen machen. Die haben tausend Freundinnen zum Ausheulen. Und weil sie schlau sind, wissen sie längst:
Aus dem Tal der Tränen führt nur der real-satierische “Raabler-Blog”.
Was aber macht der (lesefaule) Mann? Wenn er Glück hat, zieht er sich mit einem Freund in seine Schmollhöhle zurück. Wenn er Riesenglück hat, schaut auch er beim “Raabler” vorbei. Und, schwupps, da ist sie wieder:
DIE GUTE LAUNE!!
Hotel Mama
HURRA. JUBILÄUM!!
DER POSSIERLICHE RAABLER HAT SEINEN 200. BLOGBEITRAG GEPOSTET.

ALLE SEINE LESERINNEN/LESER SIND RESTLOS BEGEISTERT!
ALLE? NA, GUT, FAST ALLE!
KLICKE HIER UND SCHAU’, WAS ANDERE ÜBER DEN RAABLER SAGEN!

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