Und sonst so?

LKW-Fahrer guckt Porno

LKW-Fahrer schaut Porno

Ja, und? Warum denn nicht? Ist das verboten? Neulich während der Fahrt auf einer Bundesstraße? Ach, so, das geht natürlich nicht. Er ist vor lauter Verzückung in Schlangenlinien unterwegs gewesen? Ja, was für ein Glück, sonst hätte es ja niemand mitbekommen, dass er gerade einen Porno in seinem muggeligen Führerhaus guckt. Und ohne Schlangenlinien auf der viel befahrenen Straße kein Hinweis an die Polizei, dass da jemand über einen längeren Zeitraum die Kontrolle über seinen 40-Tonner verloren hat.

Typisch deutsch, würde der Raabler mal wieder sagen. Jeder Scheiß wird heute von jedem x-beliebigen Idioten an irgendeine Behörde gemeldet. Vor allem die Polizei ist bundesweit in Sachen Personalbestand nicht gerade üppig ausgestattet. Da muss in jedem Einzelfall sorgsam abgewogen werden. Schicken sie da jetzt Kollegen raus, um den armen LKW-Fahrer aus dem (Geschlechts-)Verkehr zu ziehen? Oder kümmern sie sich lieber um den Lackschaden eines aufgebrachten SUV-Fahrers auf dem benachbarten Penny-Parkplatz?

Im Zweifel für den Porno

Diese dauernden Ermessensabwägungen sind kräftezehrend und nervenaufreibend. Dass man sich in dieser Angelegenheit für den Porno-Fall entschied, sollte gerade beim SUV-Fahrer auf ein gewisses Maß an Verständnis stoßen. Schließlich ist dessen einziger natürlicher Feind auf dem “Kriegsschauplatz Straße” der voll beladene Schwerlaster. Keiner möchte so einem Gefährt auf der Gegenfahrbahn begegnen. Erst recht nicht, wenn man wüsste, dass der Lenker grad alles Mögliche vor Augen hat – nur nicht den Mittelstreifen der Fahrbahn.

Triebe

“Statt Mittelstreifen ‘nen ordentlichen Steifen”. So und nicht anders hätte die Headline bei der Bildzeitung ausfallen müssen. Aber der Raabler kann nicht überall sein. Es stimmt den neutralen Beobachter nachdenklich, wenn man dem Polizei-Protokoll entnehmen muss, dass der verantwortungsvolle Brummi-Pilot lediglich mit einem Tablet für den viralen Sex-Kick ausgestattet war. Liegt es an der schlechten Bezahlung oder stehen rein praktische Erwägungen im Vordergrund? Man weiß es nicht.

Gestochen scharf muss es sein

Ansonsten hätte der Raabler einen gut gemeinten Ratschlag parat. Justamente zur Weihnachtszeit gibt es eine Reihe von sensationellen Angeboten aus der Frische-Theke für veraltetes Home-Entertainment. Warum sich mit 10 Zoll begnügen, wenn es bereits für schlappe 399 Euronen einen 55-Zöller im gestochen scharfen 4K-Modus gibt? Die Betonung legt auf “gestochen” und “scharf”. Passt! Mehr Porno geht auf dem Beifahrersitz nicht.

Webcam-Model in Pose

Diese Überlegungen quälten mit Sicherheit auch den Fernfahrer bereits eine ganze Weile. Auf der einen Seite bietet ein großer Bildschirm für Sex-Videos in der Fahrerkabine jede Menge Schaufläche für den geschulten Porno-Blick aus dem Augenwinkel. Anderseits gilt es zu bedenken, dass so ein Teil aus naheliegenden Gründen nicht mit dem Attribut “unauffällig” in Einklang zu bringen ist. Und damit meint der Raabler nicht das Problem eines möglichst ruckelfreien Seh-Genusses.

Elefantenrennen bis zur Ekstase

Autobahnen sind bekanntlich das bevorzugte Revier aller professionellen Trucker. Keiner der übrigen Verkehrsteilnehmer kann auf Dauer seine Begeisterung für die sprichwörtlichen “Elefantenrennen” unterdrücken. Zieht sich so ein spurübergreifender Wettstreit über mehrere Minuten hin, ist es bis zur Ekstase nicht mehr weit. Ein Prachtexemplar von 55 Zoll im Führerhaus des zu überholenden LKW könnte beim Überholer kontraproduktive bzw. nicht verkehrsgerechte Reaktionen hervorrufen.

Ehepaar spricht über Probleme

Sollte nämlich just im Moment des ohnehin quälend langen Kopf-an-Kopf-Duells der Überholer einen veritablen Blow-Job in Übergröße und Slowmotion im zum Greifen nahen Showroom seines Kontrahenten zu Gesichte bekommen, bestünde die Gefahr, dass der Überholvorgang niemals zum Abschluss gelangt. Oder sagen wir mal bis zum “Abschuss” dauert. Doppelt gemein für die nichts ahnenden Tiefergelegten hinter den monströsen Lustobjekten auf sechs Achsen. Sie lassen ihrer Erregung aus ganz anderen Gründen freien Lauf. Man kann’s nicht jedem recht machen.

Das Laster fährt mit

Die Polizei zog den Gefährder zum Glück noch rechtzeitig aus dem Verkehr. Die unfassbaren 150 Euro Strafe wurden von der Frohnatur mit einem Lächeln der Erleichterung quittiert. Das war’s ihm offenbar wert. Wann soll er denn auch sonst einen Porno gucken? Nachts? Das ist wie tagsüber, da muss er fahren. Pausen gibt’s ja kaum noch in diesem Gewerbe. Time is money. Da dieser Vorfall für die Polizei absolut keinen Einzelfall darstellt, schlägt der Raabler mit gewohnt schwarzen Humor folgendes Strafmaß zur künftigen Abschreckung vor:

12 Jahre Todesstrafe mit anschließender Sicherungsverwahrung. Dann hätte sich das auch mit dem fälligen Berufsverbot erledigt. Oder lassen sich unschuldige Todesopfer im Straßenverkehr etwa in Euro ausdrücken? Hilfe, die Menschen sind in ihrem grenzenlosen Egoismus und in ihrer entsetzlichen Dummheit kaum noch zu ertragen. Und es wird immer noch schlimmer. Der Raabler geht mal eben kotzen!

Sex-Roboter

“Sex ist wie Autofahren: Kurven sind interessanter als eine lange Gerade.”
(Henning Venske, deutscher Kabarettist, *1939)

Raabler-Blogpost:
„Alexa, bläst du mir einen?“

Raabler-Web-Tipp:
Elefantenrennen auf der A5

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