Gesellschaft

Milliardäre kaufen Seychellen und Malediven

Milliardäre

Wer hätte das gedacht? Weitgehend unbemerkt von der Öffentlichkeit nutzte das aus ca. 2.200 Frauen und Männer bestehende Netzwerk der Milliardäre mit dem einprägsamen Namen “Profit First” die Turbulenzen rund um das Corona-Virus, um endlich Nägel mit Köpfen zu machen. Schon lange gärte der Plan, sich exklusiv und für immer in eine der schönsten Inselgruppen der Welt einzukaufen, um sie ausschließlich ihren Club-Mitgliedern zur Verfügung zu stellen. Quasi die Syltisierung des Indischen Ozeans. Statt mit Millionären nun mit Milliardären.

Ein Husarenstreich auf allerhöchstem Niveau. Über Details des gigantischen Kaufvertrags-Konvoluts wurde wie üblich Stillschweigen vereinbart. Experten gehen davon aus, dass der Zeitpunkt für den Eigentumswechsel nicht besser hätte getimt werden können. Dank Corona liegen die Tourismusbranche und der internationale Flugverkehr auf unabsehbare Zeit brach. Zudem dürfte so manch’ smarte Hotelier im Urlauberparadies aufgrund gewisser Schieflagen auf dem Börsenparkett einer spontanen Liquiditätszufuhr nicht abgeneigt gegenüber gestanden haben.

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Milliardäre retten das Inselparadies

Ob die momentan sehr vernachlässigte Klimadebatte (Stichwort: steigender Meeresspiegel) ebenfalls eine Rolle auf der Verkäuferseite gespielt haben mag, sei dahin gestellt. Fakt ist, dass die begehrten Inselgruppen nunmehr in absolut zahlungskräftige Hände übergeben wurden. Bei einem geschätzten Vermögen der “Profit First”-Gruppe von 10 Billionen Dollar, bleibt immer eine kleine Reserve für die eine oder andere umweltfreundliche Sandvorspülung im Archipel.

Wie kam es zu diesem bisher einmaligem Coup? Ganz einfach und menschlich komplett nachvollziehbar: Man wollte sich auf elegante Art und Weise einer zunehmend emotional aufgeladenen Neiddebatte quer über den Globus nicht nur mental, sondern erstmals auch geographisch entziehen. Es sollte ein deutliches Signal und gleichzeitig flammender Appell an die Restbevölkerung ausgehen. Bis hierhin und nicht weiter! Wir haben die Schnauze voll von euren ewigen ungerechtfertigten Angriffen auf unsere Lebensleistung! Endgültig!

Die Schere in den Köpfen…

Gut, die elende Steueraffäre um die Panama-Papers verlief letztlich diskret und geräuschlos in einer…genau… Sandvorspülung. Abgehakt. Die Steuern auf unternehmerische Tätigkeiten der Club-Mitglieder bewegen sich zwischen max. 5 bis 10 Prozent des ausgwiesenen Gewinns. Die Betonung liegt auf “ausgewiesen”. Wer sagt denn, dass immer Gewinne anfallen? Also, bitte, man muss auch mal den Hummer im eigenen Sud an Zitronengras mit einem Chablis Grand cru “Les Clos” 2016 (für günstige 410 Euro) ertränken können, wenn die edlere Variante aus dem Jahre 2017 (für 610 Euro) gerade mal nicht greifbar ist.

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Diese Flexibilität im Denken und Handeln erwarten die Milliardäre völlig zurecht auch von den Politikern und ihren Wählern. Aber damit ist es leider nicht mehr weit her. Stattdessen Anfeindungen allerorten. Auf allen Kanälen. Und dann diese unfassbar nassforschen NGO’s mit ihren Recherchen, Tabellen und Statistiken. Die Schere geht immer weiter auseinander? Wie bitte? DIE haben doch eine riesige Schere in ihren Köpfen. So sieht’s doch aus!

Die bewährte 99/1-Methode

Ohne externe Schätzungen wüssten die reichsten Menschen auf Erden nicht mal ansatzweise, wie reich sie wirklich sind. Da kann mal mal sehen, welch’ geringe Rolle der schnöde Mammon in diesen Kreisen spielt. Vorsicht also mit Vorverurteilungen. Alle Menschen sitzen in einem großen Boot. Ein Prozent mit Sicherheitsabstand auf dem Sonnendeck. Der Rest im fensterlos stickigen Untergeschoss. Dort sorgen sie mit kräftigem Armeinsatz für den Vortrieb. Ohne Sicherheitsabstand, dafür umweltfeundlich. Back to the roots.

Aber: Der unverschämt günstige Kaufpreis für das Inselparadies ist nur die eine Seite der Medaille. Die Folgekosten stellen für “Profit First”-Mitglieder den weitaus größeren Anteil am Gesamtpaket. Es gilt, in angemessener Zeit diverse logistische und sicherheitsrelevante Aspekte professionell zu managen. Auch die Interaktion zwischen der Ur-Bevölkerung und den neuen Eigentümern braucht einen Rahmen. Welche konkreten Pläne die Milliardäre diesbezüglich verfolgen, ist Stoff für weitere Raabler-Blogposts. Sei gespannt!

Tiny

“Wer Zahnweh hat, hält jeden, dessen Zähne gesund sind, für glücklich. Der an Armut Leidende begeht denselben Irrtum den Reichen gegenüber.”
(George Bernhard Shaw, irischer Dramatiker, Politiker u. Satiriker, 1856-1950)

Raabler-Blogpost:
Autowahn im schönen Meran

Raabler-Web-Tipp:
Deutsche Milliardäre (Die Anstalt)

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