Und sonst so?

Netflix an Erde: Wir haben ein Problem!

Netflix macht müde

Wer hätte das gedacht: Das Schlafbedürfnis der Menschen ist das größte Hindernis des amerikanischen Streaminganbieters Netflix auf seinem Weg zur anvisierten Traumrendite. Aus diesem Grund wurde kürzlich ein Joint Venture mit dem Pharmariesen Hoffmann-La Roche aus der Schweiz gegründet. Deren Drogen-Beauftragte sollen ein Zaubermittel erfinden, dass den durchschnittlichen Serien-Konsumenten für mindestens acht Stunden am Stück ohne jegliche Ermüdungserscheinungen vor der Glotze hält.

Kein aussichtsloses Unterfangen. Stehen doch die Labortüftler aus Basel im Ruf, hochwirksame Medikamente bei geringst möglichen Nebenwirkungen für jeden noch so irrwitzigen Einsatzzweck zu entwickeln. Sollte am Ende der üblichen Feldversuche an Mäusen und Ratten die Vertriebszulassung für das Menschen-Tier durch die WHO stehen, so winkt dem Chemiekonzern eine saftige Gewinnbeteiligung an den traumhaft hohen Netflix-Erlösen. Über Details zum eingefädelten Deal wurde naturgemäß Stillschweigen vereinbart.

Smartphone macht glücklich

Netflix will die volle Aufmerksamkeit

Mittels Tabletten acht Stunden Aufmerksamkeit am Stück zu generieren, ist zwar wünschenswert, bildet jedoch nur eine Seite der Medaille ab. Der Tag hat schließlich auch noch eine Nacht. Und genau dort gilt es, den eigentlichen Durchbruch zu schaffen. Indem man beispielsweise das natürliche Schlafbedürfnis der TV-Abonnenten auf ein medizinisch vertretbares Minimum reduziert. Ohne, dass es die Probanten als ein unerwünschtes Defizit empfänden.

Und selbstverständlich ohne Risiken im Hinblick auf die Leistungsfähigkeit der Netflix-Junkies an ihren jeweiligen Arbeitsplätzen. Oberste Priorität bleibt die Erzielung hoher BSP-Wachstumsraten. Wenn es jedoch gelingen sollte, die Erholungsphase des Menschen auf ein Minimum von – sagen wir mal – vier Stunden Schlaf zu reduzieren, so blieben durchschnittlich zwei Stunden mehr für das tägliche Verweilen vor dem 4K-Fernseher übrig. Ein Quantensprung in Sachen Netflix-Gewinnoptimierung.

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Probleme in Beziehungen sekundär

Was das mit den Beziehungen macht, ist sekundär. Netflix wird von Singles und Paaren gleichermaßen genutzt. Im Gegenteil: Eine Steigerung der Ein-Personen-Haushalte (z.B. durch Trennung oder besser gleich Scheidung wegen exzessiver Netflix-Nutzung) im prozentual zweistelligen Bereich könnte internen Modellrechnungen zufolge eine Erhöhung der Abo-Zahlen in gleicher Größenordnung nach sich ziehen. Familiäre Aspekte werden in der modernen Ego-Gesellschaft ohnehin viel zu hoch bewertet.

“Der Grad der Asexualität in Beziehungen lässt sich wissenschaftlich exakt berechnen: Man multipliziere die Bildschirmdiagonale des heimischen Flat-TV (Zoll) mit der Anzahl abgeschlossener Streaming-Abos.”
(Dr. Raabler, Inhaber des gleichnamigen Nörgelstudios in Hamburg)

Raabler-Blogpost:
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Raabler-Web-Tipp:
Ruthe.de – Seriensucht

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