Gesellschaft

Raabler says: “I have a Stream!”

stream

Denkt der Raabler an Facebook in der Nacht, ist er um den verdienten Beischlaf gebracht. Nein, schlimmer! Noch schlimmer? Es wird doch wohl kein Scream Stream sein, oder? Nein, nicht für den Raabler, aber vielleicht für den Gutmenschen Markus Zuckerrübe. Vor dem geistig umnachteten Auge des Blogvaters läuft in den letzten Tagen immer wieder eine phantastisch anmutende Sequenz in Dauerschleife. Kein Zweifel, es muss mit dem heftig diskutierten Werbeboykott gegen Facebook und seine Machenschaften zu tun haben.

Worum geht es in der ominösen Raabler-Traum-Sequenz? Eine simple Story: Die privaten Nutzer der empathielosen Geldmaschine nehmen sich ein Beispiel an den prominenten Werbekunden und springen auf den fahrenden Protestzug auf. Von jetzt auf gleich verabschieden sich alle 2,6 Milliarden Menschen, die bei Facebook angeblich einen Account besitzen. Na, gut, nicht alle können sich der Bewegung anschließen. Es verbleiben überschlägig 150.000 Anhänger der gepflegten “hate speech”.

Was für ein grandioser Stream

Was? Aufgerundet lächerliche 0,01 Prozent der gesamten Facebook-Klientel inszenieren einen solch menschenverachtenden Alarm, dass man sich selber mit seinen antroposophischen Ansichten in der absoluten Minderheit auf diesem Planeten wähnt? Ja, logisch. So funktioniert in einfachen Worten das verfickte Geschäftsmodell eines Internet-Giganten. Schweigt die große Mehrheit, gewährt man den unbelehrbaren Schwachmaten überproportiale Aufmerksamkeit. Die sie natürlich nicht verdienen – aber weidlich ausnutzen.

Vorsicht: Hass kann doof machen.

Das ist ja widerlich, findest du? Ja, das ist es! Nur denen darf man ja nicht über Nacht ihre (Über)Lebensgrundlage entziehen. Entschlösse sich die bisher schweigende Mehrheit – wie in obiger Raabler-Vision – zum Schritt in die befristete oder besser endgültige Kündigung bei Facebook, so blieben die digitalen Randalierer komplett unter sich. Ein Horrorszenario. Für die verdutzen Hinterbliebenen. Müssen sie sich zukünftig ihren Müll gegenseitig vorlabern und können niemanden mehr mit Hass und Gewaltandrohungen erschrecken.

Es droht der GAU im Gesundheitssystem

Das macht diese Klientel auf Dauer noch depressiver. Der Vormarsch von Alkohol, Drogen und Tabletten ist ohnehin nicht mehr zu stoppen. Daran haben die Pharmakonzerne auch keinerlei Interesse. Fällt jedoch der bisher so hübsch halbherzig kontrollierte und moderierte Agressionsabbau in den digitalen Chaträumen alternativlos weg, so droht binnen Wochen der Zusammenbruch der Gesundheitssysteme.

Wer behandelt dann die weltweit explodierende Zahl an psychischen Erkrankungen? Neben den bekannten Süchten werden vermehrt schwerste Psychosen die verbliebenen Hater und Faker heimsuchen. Die bedürfen einer langfristigen Hege und Pflege. Zum Beispiel mit Gesprächs- und Gestalttherapie. Und diese Maßnahmen greifen mal nicht so eben in wenigen Tagen oder Wochen. Hier muss in Jahren gerechnet werden.

Experten

Scream Stream! Oder der Letzte macht das…

Wenn der skizzierte neue Bedarf auf eklatante Unterbesetzungen im Fachbereich der Psychiater, Neurologen und Psychologen trifft, dann gute Nacht, Marie! Der Letzte macht das Licht aus! Und nun wird’s doch noch ein Scream Stream: Wir sprechen hier immer nur von den 0,01 Prozent Gestörten im Netz. Was passiert mit der schweigenden Mehrheit ehemaliger Facebook-Kunden? Die haben mit ihrer gut gemeinten Kündigung bei Facebook (zur o.a. Isolierung der Hassprediger und Verschwörungstheoretiker) plötzlich auch so ihre Entzugserscheinungen.

Gut, Hass und Hetze müssen sie sich nun nicht mehr antun. Aber die vielen, vielen echten Freunde sind plötzlich wie vom Erdboden verschluckt. Sie existieren zwar weiterhin, aber nur noch analog und nicht mehr per Mausklick. War schon cool-easy-lazy, mal kurz irgendeinen irrelevanten Scheiß in die Gruppe oder Chronik zu posten. Kein noch so kleiner Furz war zu dämlich, um nicht noch in der gleichen Stunde mindestens 10 Reaktionen zu bekommen. Herrlich!

Das Super-Mega-Giga-Schreckensszenario

Facebook

Ergo: 150.000 Hass-Trolle bringen das Gesundheitssystem im Hinblick auf eine dringend notwendige psychiatrische Notversorgung an seine Grenzen. In welche menschliche Katastrophe taumeln wir aber, wenn plötzlich einem Bodensatz von – sagen wir mal – 25 Prozent der bisher nibelungen-treuen Facebook-Gemeinde (von ca. 2,5 Milliarden Nutzern) jeder Lebenssinn abhanden käme? Weil sie zum Beispiel über Nacht ihre weltbesten “Freunde” verlören?

Ein nicht mehr zu managendes Super-Mega-Giga-Schreckensszenario. Die Welt stünde vor dem Abgrund. Auf Depressionen folgen Agressionen, Straßenschlachten und Plünderungen. Der Mensch zeigt seine wahre tierische Hackfresse. Keine Armee der Welt könnte sich dem entgegen stemmen. Am Ende stünden Chaos und Anarchie. Gar der Dritte Cyborg-Weltkrieg? Das will kein Politiker auf Erden.

Raabler, stream weiter!

Und auf einmal erahnt der Raabler die eigentliche Dimension im Umgang mit den asozialen Medien. Alles muss unbedingt so bleiben wie es ist. Am besten schafft man täglich noch mehr Daddel-Ablenkungen für die leicht zu manipulierenden Affen auf zwei Beinen. Damit sie nicht auf dumme Gedanken kommen. Zum Beispiel in aller Ruhe über den eigentlichen Sinn des Lebens nachdenken. Boah, wie langweilig! Krass anstrengend und voll psycho!

Klarnamen

Facebook, Whatsapp, Twitter, Instagram and Friends – da ihr nun schon mal da seid: Lasst euch bitte nicht von irgendwelchen Politikern, Juristen, Datenschützern und neuerdings auch image-geilen Werbeboykotteuren um eure wohlverdiente Ruhe bringen. Die wollen doch nur ein wenig rumbellen, aber keinesfalls beißen. Denn sie alle wissen Bescheid. Ihr seid die Garanten für Systemerhalt und Weltfrieden. Dass ihr überhaupt einen Cent Steuern auf eure mickrigen Gewinne zahlen müsst, ist eine Riesensauerei!

Der Raabler wünscht eine: “GUTE NACHT!”…allerseits.

“Es gibt nur zwei Sorten von Menschen, die einen, die gekauft werden, die anderen, die sie kaufen.”
(Tennessee Williams, amerikanischer Schriftsteller, 1911-1983)

Raabler-Blogpost:
Zu doof für diese Welt!

Raabler-Web-Tipp:
Hasskommentare im Netz (extra 3)



Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.