Reise

Radwanderwege: Schilderwahnsinn mit System

Radwanderwege

Lange nichts mehr vom Rinderwahn gehört. Scheinbar überwunden. Dafür schwer im Kommen bzw. immer noch nicht abgestellt: Schilderwahn im deutschen Radwanderwege-Netz. Der macht selbst vor den beliebtesten Velo-Routen (Elbe-Radweg, Donau-Radweg etc.) keinen Halt. Gar nicht mal so selten geht eine Etappe gut einsehbar immer nur eins: geradeaus! Genau! Da macht es Sinn, wenn alle 250 Meter ein Hinweisschild am Wegesrand den orientierungslosen Radler darauf hinweist, dass es nur geradeaus geht. Das beruhigt und schont die Nerven, weil man sich den zeitraubenden Blick auf Smartphone oder Karte schenken kann.

Du ahnst es bereits: Die hässliche Seite dieser Beschilderungsphilosophie zeigt sich erbarmunsglos an der nächstbesten Kreuzung. Entweder gibt es dann urplötzlich gar keine Hinweise mehr oder es wartet stattdessen und überflüssigerweise eine ernstzunehmende Denksportaufgabe (s. Titelfoto). In einem solchen Wald voller Optionen bewahren nur selbstverliebte Optimisten die Ruhe und Nerven, ihrem Reisegefährten nonchalant glauben zu lassen, man habe die Weisheit mit Kettenöl geschluckt und wüsste zweifelsfrei, wo’s nun langzugehen habe. Nein, weder der Raabler noch die beste Lebensgefährtin von allen fühlen sich dieser Kategorie von Menschen zugehörig. Erfahrung macht klug!

Die kleine alternative Meerjungfrau in Kopenhagen

Radwanderwege: viel Luft nach oben

Der Raabler hasst es, auf trivial einfachen Fahrradrouten ständig das Smartphone zu Rate ziehen zu müssen. Das ist meistens mit einem Abstieg vom Sattel verbunden und unterbricht unnötigerweise den Reise-Rhythmus. Und der dumme Raabler kann einfach nicht von seinem naiven Glauben abrücken, dass die Tourismus-Verantwortlichen in der jeweiligen Region in erster Linie ihre hoffentlich gut ausgeschilderten Radwanderwege zum Wohle der Radtouristen im Blick haben. Um ihnen z.B. den Aufenthalt in ihren Dörfern und Städten so angenehm wie nur möglich zu gestalten. Und weil sie mancherorts mehr Kohle in der Region lassen als die viel gepriesenen Autofahrer. Na, da schau’ her. Wie kommt das denn? Umweltaspekte mal ganz außen vor gelassen. Googel doch mal mit Rosenthal…

Mit dem Fahrrad unterwegs

Aber, Raabler, wer wird denn gleich in die Luft gehen? Übertreibst du nicht mal wieder mit deinem ewigen Genörgel. In Deutschland sieht es immer noch besser aus, als z.B. in…

SCHNAUZE!!

Bitte nur einmal auf dem Elberadweg das sächsische Schmilka passieren, mit dem Drahtesel auf dem Gebiet der Tschechischen Republik weiter radeln und den Unterschied in der Streckenführung genießen. So kann’s gehen! Vielleicht noch ein lohnenswerter Abstecher nach Prag? Gerne, weil’s grad so’n Spaß macht! Ende der Durchsage!

“Das Fahrrad ist das zivilisierteste Fortbewegungsmittel, das wir kennen. Andere Transportarten gebären sich täglich alptraumhafter. Nur das Fahrrad bewahrt sein reines Herz.”
(Iris Murdoch, anglo-irische Schriftstellerin und Philosophin, 1919 – 1999)

Raabler-Blogpost:
Fahrrad fahren macht Spaß

Raabler-Web-Tipp:
Die freie Journalistin Andrea Reidl über nachhaltige Mobilität und Fahrradkultur