Adam & Eva

Sex-Roboter auf dem Vormarsch

Sex-Roboter

In seinem Blogpost “Frauen kommen schnell” vom 21. Mai 2019 hatte es Raabler Rolfn schon angekündigt: Bevor der Mann endgültig seine Aufenthaltsberechtigung auf diesem wunderschönen Planten namens Erde vom weiblichen Geschlecht in Frage gestellt sieht, wird er eine letzte, immense Anstrengung gegen sein vermeintlich vorbestimmtes Schicksal unternehmen. Was heißt wird? Im Hintergrund laufen seit Jahren die Vorbereitungen – begleitet von Wissenschaftlern aus aller “Herren Länder” – für ein bahnbrechendes Forschungsprojekt auf Hochtouren. Keine Frage, aus feuchten Phantasien und Utopien sind mittlerweile Realitäten geworden. Die Rede ist von Sex-Robotern. Natürlich, für Männer. Für wen sonst?

Es mag ja sein, dass das “starkte Geschlecht” für die Fortpflanzung und somit für den Fortbestand der Menschheit auf der Erde in nicht allzu ferner Zukunft – wenn überhaupt – nur noch eine untergeordnete Rolle spielen wird. Den Spaß auf den Weg dorthin wollten und wollen sich die Herren der Erschöpfung in keinem Fall vermiesen lassen. Also ersann Mann sich die Vision, die Frau durch eine, salopp gesagt, Menschmaschine zu ergänzen. Wohlgemerkt: Ergänzen, nicht ersetzen. Denn das eines Tages aus biotechnologischer Sicht die Fortpflanzung ohne Frauen (wie der liebe Gott sie geschaffen hat) stattfinden könnte, überstieg jegliches vernunftgesteuertes Vorstellungsvermögen der beteiligten Sexperten.

Sex-Roboter statt Gummipuppe

Sex-Roboter im Bett
Ein Männertraum scheint sich zu erfüllen: Liebesdienerin Samantha hat weder Migräne, Schnupfen noch muss sie an die große Wäsche denken. Sie hat zwar keine Haare, aber das macht es manchmal umso reizvoller.

Im Nachhinein muss die Erfindung der lange Jahre alternativ- und gnadenlos für den “anspruchsvollen” Single-Mann konzipierten, aufblasbaren Gummipuppe als Prototyp für die heute in Serie gefertigten Sex-Roboter herhalten. Lächerlich und ein schlechter Witz angesichts dessen, was heute programmier- und produktionstechnisch möglich ist. Aber gut, wie immer hat alles seine Zeit. Und vor allem seinen Preis. Für 10 Euro ist der Spaß mit dem erotischen Fortschritt auf dem next Level 4.0 nicht mehr zu haben. Es geht da eher um fünfstellige Beträge, die jedoch locker von einer anspruchsvollen männlichen Klientel ohne zu zucken auf den Paypal-Tisch gelegt werden.

Und womit? Mit Recht! Die neuesten Sex-Roboter-Modelle können nämlich beinahe alles: Schnurren wie ein Kätzchen, gewisse Vokabeln hauchen und nicht fauchen, sinnlich stöhnen bis zur Ekstase. Wie Alexa lernen sie jeden Tag dazu und passen sich sprachlich wie inhaltlich ihrem analogen Partner von Mal zu Mal besser an. Der Raabler ist sich sicher, dass mit den hingebungsvollen Liebesdienerinnen irgendwann sogar Diskussionen über Wirtschaft, Politik, Sport und Kultur möglich sein werden. Die Forscher arbeiten längst daran, denn ausschließlich Sex wird selbst dem triebigsten Brusthaartoupet-Träger zu langweilig.

LKW-Fahrer schaut Porno

Sex-Roboter als weltweites Lustprojekt

Die teuren Modelle sind wie bei der neuesten Generation der Braun-Rasierer mit einer raffinierten und dabei äußerst zuverlässigen Selbstreinigungsfunktion ausgestattet. Das macht Sinn, wenn Mann z.B. in der Fußballpause eines Bundesligaspiels seinem besten Kumpel auch etwas Abwechslung vom momentan gar nicht mal so üblen HSV-Gekicke gönnen möchte. Samantha guckt sich sogar mit den Männern ganze Fußballspiele an, ohne zu murren oder zu nörgeln. Für Singles und Wieder-Singles kaum zu fassen. Einige Modelle wissen sogar schon was Abseits ist und können es auf Nachfrage auch noch erklären. Mehr Erotik geht nicht.

Oder doch, wenn man sich die Fortschritte in Sachen Haptik anschaut. Giftiges, penetrant riechendes Billig-Gummi aus Fernost mit seinen begrenzten Möglichkeiten wurde konsequent durch edles, geruchsneutrales Silikon mit entsprechendem Gewicht und einer lebensechten Griffigkeit an den ent”scheiden”den Stellen abgelöst. Nah’ dran an der perfekten Illusion. Wahrscheinlich haben sich die involvierten “Wissenschaftler” noch niemals zuvor so intensiv mit dem weiblichen Körper beschäftigt wie bei diesem weltumspannenden Lustprojekt.

Wenn Unterschiede verschwimmen…

Sex-Roboter 4.0
Die Unterschiede zwischen Mensch und Maschine verschwimmen zusehends. Forscher sind in Sachen Emotionalität und Haptik nah dran an der vermeintlichen Perfektion.

Und die Grenzen des Machbaren sind noch gar nicht ausgelotet. Wieder kein Scherz: “Forscher” (der Name ist Programm) arbeiten nicht mehr nur an Prototypen von Sex-Robotern, mit denen Mann sich zuhause auf beliebigem Niveau unterhalten, Zärtlichkeit und Sex (ohne Widerworte) haben kann. Nein, es soll nun erste Liebesdienerinnen geben, die vom Aussehen, Geruch, Kleidung und vom typischen Gang einer Frau her so täuschend echt sind, dass sie auf einer Distanz von fünf Metern nicht mehr von einer richtigen Dame unterscheidbar sind.

Das geht den Mensch-Frauen nun doch ein bisschen zu weit. Auf alle Eventualitäten programmierte und zur optischen Perfektion modellierte Liebesschlampen zusammen mit den lüsternen Männern beim Shoppen, Kaffee trinken, im VIP-Bereich des Volksparkstadions, im Theater, in der Oper oder beim Absacker in der edlen Bar Burnout nun auch außerhäusig unterwegs? Sollen die notgeilen Männer in den eigenen vier Wänden doch machen was sie wollen. Aber am hellichten Tag eine weitere Konkurrenzbühne mit untoten Sexmaschinen, die alterslos Idealmaße und Idealgewicht zu Schau tragen? ES REICHT!

Der Raabler hat’s schon immer geahnt: Bis zu seiner ultimativen Abschaffung wird der Mann noch einmal richtig die Sau rauslassen.

“Oft ist die Zukunft schon da, ehe wir ihr gewachsen sind.”
(John Steinbeck, amerikanischer Schriftsteller, 1902-1968)

Raabler-Blogpost:
„Alexa, bläst du mir einen?“

Raabler-Web-Tipp:
3sat: Computerliebe