Reise

Spreader-Alarm auf Sylt

Spreader

Am 10. Oktober 2020 strandeten die Raablers aus Buxmoorholm für eine Woche auf der fantastischen Nordseeinsel Sylt. Einfach mal die Corona-Seele baumeln lassen und sich bei Windstärken von 4-5 die Kleinstadt-Lungen durchpusten lassen. Buxmoorholm liegt übrigens im Landkreis Schade. Der Landkreis Schade im Bundesland Niederverwachsen. Zum damaligen Zeitpunkt (lang ist’s her) ein Kleinod viraler Unschuld. Corona-Freund Spreader machte bis dato augenscheinlich einen großen Bogen um das Land der Weiden, Wiesen und Kühe.

Sylt

Ein ins Auge zu fassendes Beherbergungsverbot stand seinerzeit (lang ist’s her) noch nicht zur Debatte. Sylt ist zudem eine brausige Insel im Meer und kein vermufftes Klassenzimmer mit hermetisch verriegelten Fenstern. Mehr gutes Gewissen bei der Reisebuchung ging also nicht. Die lästige Anreise mit der Bahn im Mundschmutz-Modus und übereinander gestapelten Koffern wie Fahrgästen – ok, das war schon wieder Klassenzimmer – würde man auch noch irgendwie überstehen.

“Bitte, eine Currywurst!”

Es war ja für den guten Zweck: das egoistische Beharren auf Luxus-Erholung in einem unter Gesundheitsaspekten sehr wackeligen Umfeld. Aber was stören uns die guten Vorsätze von vorgestern? Ohren zu und durch! Gut, dass sich der Raabler zuvor noch intuitiv mit einer stylischen Gesichtsmasken-Kollektion zu Vorteilskonditionen aus der trendsettigen Modedesigner-Schmiede “Penny” eingedeckt hatte. “Mein Name ist Lohse. Ich kaufe hier ein.”

Schmutzmaske

Wie gesagt, an einem Sonnabend das zentral gelegene Quartier im sagenumwobenen Westerland bezogen. Am Abend sehr lecker und günstig zwei Mal Currywurst mit Pommes (ohne Salatbeilage) und Weizen zum Gourmet-Preis von aufgerundet 30 Euro verschmackofatzt. Nicht staunen, schlucken, meine Lieben! Nehmt es als Raabler-Insider-Tipp. So sind sie nun mal, die Sylter Preise. Viel günstiger kann man dort seinen Hunger nicht stillen. Iss so!

Spreader, Spreader an der Wand!

Am nächsten Morgen gut gelaunt und voller Tatendrang das erste gemeinsame Frühstück in der Ferienwohnung. Zur Berieselung Radio Sylt angestellt und…sich gleich gegruselt. Was war geschehen? Der wahnsinnig gut gelaunte und eloquente Radio-Moderator war nicht mehr einzukriegen. Seine Clickbait-Stimme kurz vor dem Social-Media-Überschlag. Wegen eines imaginären Magen-Tiefschlags: Super-Spreader-Ereignis auf Sylt! Alle in die Bunker!

Radio: Der Mix macht es nicht immer.

Donnerwetter! Gab’s kurz zuvor, wie der Raabler bereits an anderer Stelle berichtete, die touristische Rekordmeldung von einer siebenstündigen Wartezeit für den Sylt-Shuttle, so war das brandaktuelle Corona-Ereignis im Zentrum von Westerland der nächste große Schlag Aufmerksamkeits-Sahne für alle Medien oben drauf. Wowh! Wenn einem soviel Sch… wird beschert, das ist schon mal einen Gang vor die Tür wert.

Spreader-Fehlalarm: darauf einen “Spritz!”

Zum einen, um zu schauen, wo sich die betroffene Bar befindet. Nicht, dass des Nächtens ver(w)irrte Corona-Viren den Weg über das geöffnete Schlafzimmerfenster zu den Raablers finden könnten. Zum anderen, um zu beobachten, ob es in der Friedrichstraße bereits zu Geschäftsplünderungen, Massenschlägereien oder zumindest Klopapier-Hamsterkäufen gekommen war. Weder noch. Alles ruhig. Besser gesagt, alles quirlig. Alles gut.

Aperol

Eine gewohnt proppevolle Flaniermeile. Die fellbesetzten Stühle in der angesagten Heizpilz-Außengastronomie schon am Vormittag mit der üblichen Batterie an Aperol-Spritz auf den runden Tischlein bestens belegt. Welch tröstlicher Anblick! Als dann noch der Anruf vom Vermieter mit der Aufforderung des sofortigen Verpissens von der (seiner!) Insel unterblieb, fiel allen Reisenden mehrere Steine Stein vom offenen Herzen. Der Urlaub war gerettet.

Wenn jeder an sich denkt…

Drei Tage später kam von offizieller Seite die Entwarnung. Der Spreader hatte es sich zum Glück anders überlegt. Kurze Rückblende: In einer vor allem bei Einheimischen beliebten Bar hielt sich ein unwissentlich Corona-Erkrankter auf. Und mit ihm im Laufe des Abends ca. 100 weitere Gäste in Feierlaune. Von denen anfangs nur in sehr spärlichem Umfang persönliche Daten vorlagen. Angeblich gab’s technische Probleme mit der QRC-Eingangskontrolle. Darüber hinaus gestaltete sich ein Datenabgleich mit Donald Duck, Jim Knopf und Pippi Langstrumpf als nur bedingt erfolgreich.

Sonnenstich.TV

Kann passieren. Sollte aber nicht. Was passiert wäre, wenn die Sache einen ungünstigeren Verlauf genommen hätte? Tja, mindestens weitere 14 Tage zwangsurlaubige Sicherheits-Quarantäne auf Sylt. Auf den ersten Blick gar nicht mal so übel. Jedoch nur so lange, wie es einen selbst nicht betrifft, stimmt’s? Ach, ja, was sagt nochmal Kollege Zeitgeist dazu? Richtig: “Wenn jeder an sich denkt, ist an alle gedacht!”

In diesem Unsinne:
“Gute Nacht, liebe Blog-Leser!”

“Glück, das ist einfach eine gute Gesundheit und ein schlechtes Gedächtnis.”
(Ernest Hemingway, amerikanischer Schriftsteller, 1899-1961)

Raabler-Blogpost:
Gaffer unter uns

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Sorge vor Corona-Ausbruch auf Sylt

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