Gesellschaft

SUV: Sinnentleert unter Vollidioten

"Schaaahatz, bei Schmacks gibt's die Brötchen heute 20% billiger. Ich nehm' mal eben den SUV, ok.?"

Raabler kotzt auf die Motorhaube eines SUV

Sind wir uns einig? Wir sind uns einig! Auf unseren Straßen fahren gefühlt mehr als SUV getarnte Monstertrucks zum morgendlichen Brötchenholen als normale Autos. Überdimensioniert, übergewichtig, Benzin schluckend, umweltfeindlich und gar nicht mal so selten in Sachen Esprit und Eleganz eine Beleidigung für die Augen. In jedem Fall völlig aus der Zeit gefallen. Hallo? 1,8 Tonnen oder 1,8 Millionen Gramm für 180 Gramm Lebensmittel entsprechen einem Verhältnis von 10.000 zu 1. Klingt irgendwie unvernünftig. Und wenn der Raabler sich vor dem Gefährt noch ein hübsches Gespann von – sagen wir mal niedrig gegriffen – 260 Pferden (PS) vorstellt…hmh…also, geht’s noch?

Nun mal nicht so fies über die SUV-Fahrer herziehen. Als wahre Trendsetter eint sie ein Bündel von Motiven, die aber so was von hipp sind. Nachfolgende Aufzählung erhebt nicht den Anspruch auf Vollständigkeit.

Die TOP 12 der SUV-Archetypen

01.) Der Narziss säuselt: „Weil ich es mir wert bin!“
02.) Der Neider gibt zu: „Schnippkoweits haben auch so’n Teil!“
03.) Der Ex-Autofahrer behauptet: „Golf kann doch jeder!“
04.) Der Schlaue resümiert: „Null Zinsen – null sparen! Hau’ raus die Kohle!“
05.) Der Suchende frohlockt: „Der Bolide bringt mich frauentechnisch nach vorn!“
06.) Der Praktische ist sich sicher: „Ich brauch’ den Platz unbedingt!“
07.) Der Asthmatiker stellt fest: „Hier oben ist die Luft viel besser!“
08.) Der Sicherheitsfanatiker bekennt: „Nie mehr Angst vor dem Stauende!“
09.) Der Rückengeplagte grinst: „Yes! Endlich schmerzfrei in die Fahrermulde!“
10.) Der Darwinist erklärt: „Tja, Affen können eben keinen SUV fahren!“
11.) Der Mitfühlende schwätzt: „Ich hätte das Geld auch spenden können, aber wozu?“
12.) Der Endzeitliche grölt: „Ich will Spaß bis zum großen Knall!“

Apropos „Knall“…Einen hab’ ich noch:
Die (Noch-)Ehefrau geifert: „Michael kann gehen, der SUV bleibt hier!“

Autos im Stau

Champagnerlaune bei den Agenturen

Den kleinen Abstecher zu einer notorisch unterschätzten, dafür überbezahlten Branche kann sich der Raabler nicht verkneifen: Die für des Deutschen liebstes Kind zuständigen Strategen in den großen Werbeagenturen lassen vermutlich jeden Tag auf’s Neue die Champagnerkorken knallen. Sie wussten schon immer, dass die Verbraucher dumm wie Bohnenstroh sind. Aber dass so etwas Überflüssiges wie ein SUV auf Deutschlands erstaunlich ebenen Straßen massenkompatibel werden könnte, hätten sie sich auch im größten Kreativ-Drogenrausch-Meeting nicht vorstellen können.

Verdammt, wo bleibt eigentlich unser XC 90. Der sollte doch schon Anfang des Monats beim Händler stehen. Der Raabler wird da gleich mal anrufen und sich erkundigen, wie lange die Lieferung noch dauert.

Fallen dir noch mehr SUV-Archetypen ein? Her damit! Der Raabler freut sich auf deine Ideen!

Letztes Update vom 03. Januar 2019:
Des Raablers bester Freund fuhr kürzlich mit seinem Auto hinter einem dunklen SUV her. An diesem prankte für alle gut sichtbar folgender Spruch auf der Heckscheibe:
DEINE ARMUT KOTZT MICH AN!
Was machen wir denn mit solchen Zeitgenossen? Bitte auch dazu gerne und jederzeit “nette” Ideen zum Agressionsabbau einreichen. Vielen Dank!

Autoverkehr in Schenna

„Der Mensch von heute: das dümmste Lebewesen, das die Erde hervorgebracht hat. Er kriecht mit seinem Auto in der Großstadt wie eine Schnecke, nimmt die Umweltgifte in sich auf wie ein Staubsauger und ist obendrein noch stolz auf das, was er zustande gebracht hat.“
(John Boyton Priestley, englischer Schriftsteller und Journalist, 1894-1984)

Raabler-Blogpost:
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