Und sonst so?

Taycan Turbo S im Raabler-Test

Taycan

Alle Achtung, Morsche! Die neueste elektromobile Ausgeburt aus der Muffenhausener Blechschmiede wird die Konkurrenz vorübergehend in Schockstarre versetzen. Durfte der Raabler jemals zuvor so luftig-leicht mit einem 2,3-Tonner durch die Fahrverbotszonen seiner Buxmoorholmer Heimatstadt donnern? Eher nicht. Ben Hur hätte seine Freude mit dem Taycan Turbo S gehabt. Immerhin 761 Pferde bereiteten dem gefiederten Streitwagenlenker auf seiner Testfahrt allein mit Steckdosensaft unvergessliche Glücksmomente. Eine willkommene Abwechslung in trüben corona-verseuchten Novembertagen.

Autoverkehr in Schenna

Morsche hat notgedrungen die Zeichen der Zeit erkannt und perfekt genutzt. Umweltfreundliche Antriebstechnik muss nicht zwangsläufig zu Leistungseinbußen führen. Was der Traum eines jeden Sportwagen-Fanatikers aus dem Stand an allradgetriebenem Vorwärtsdrang bietet, spottet jedem Gummiabrieb. Nicht einmal drei Sekunden vergehen beim Taycan bis zur ersten nennenswerten Tachomarke. Weitere sechs Sekunden bis Tempo 200. Da ist was dran: Wenn der Verkehr fließen soll, gehören Fußgänger unter die Erde.

Wo Urgewalt auf Urbanisation trifft

Nur fleißigen Morsche-Ingenieuren ist es vorbehalten, Bonmots wie diese mit Leben zu erfüllen. Lustig, oder? Mit Leben erfüllen. Genial formuliert, Raabler! Ist ja auch total langweilig, die Urgewalt überzüchteter Automobilität dort auszuprobieren, wo sie eigentlich hingehört: z.B. in Silverstone, Imola oder dem Nürburgring. Fußgänger sind an diesen Plätzen meist nur beruflich in den Boxengassen anzutreffen. Und bis man dort mal einen schläfrigen Mechaniker in Yamamoto-Manier geflegt umnieten darf – ein seltenes Glück, das nur sehr wenigen beschieden ist.

Mit dem Tempo am Limit.

Zurück zum Taycan-Testbericht. Den Muffenhausenern ging es vorrangig um ausgefeilte Fahrdynamik. Four-Wheel-Drive-Technologie im Zusammenspiel mit Wankelmutstabilisierung und weltweit einmaligem Einganggetriebe sorgen für erstaunlich geräuscharmes Hinübergleiten in die 260 km/h-Zone. Du siehst, wir befinden uns nun nicht mehr in von hässlichen Pollern verunstalteten Citylagen. Nanu? Wen haben wir denn da auf einmal vor uns rumlungern?

Der Morsche-Taycan liebt Gaudis

Ein mit knapp 200 km/h einsam vor sich hinschnarchender Gaudi Backpack SR 4.5 bettelt um klitze-kleine Aufmerksamkeit auf der BAB. Wie niedlich! Er meint es gut mit sich und seiner begrenzten Weltanschauung. Kommt aber zu spät in Wallung und wird mit morsche-typischer Nonchalance vom Acker gescheucht. Im Rückspiegel kann der Raabler sehen, wie sich der sichtlich geschockte Gaudi-Fahrer einen Dickschädel kleiner macht. Mach’ dir nix draus, mein Freund, jeder fängt mal unten an…

Autobahn

Gut, der röhrende Sechszylinder-Sound fällt der Umwelt zuliebe aus. Dafür liegt der Taycan konstruktionsbedingt (dem Akku sei Dank!) wie das berühmte Brett auf dem Asphalt. Ob im Hochgeschwindigkeitswahn oder in lang gezogenen Kurven bei moderaten 160-180 km/h: Auf Spurtreue und Steifigkeit ist immer Verlass. Zum Preis von nicht einmal 200.000 Euro in der Grundausstattung gibt es hier nichts zu meckern.

Raabler-Tipp: Kaufen!

“Der schlechte Snob will andere beeindrucken, der gute sich selbst.”
(Philip Rosenthal, deutscher Industrieller und Politiker, 1916-2001)

Raabler-Blogpost:
Fahrbericht: Der neue Gaudi Backpack SR 4.5

Raabler-Web-Tipp:
So sieht der Verkehr der Zukunft aus (heute-show)

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