Reise

Tigermücken überfallen Südtirol

Tigermücken

Unfassbar: Im Schatten von Dovid-24 konnten sich fiese asiatische Tigermücken in einer der reichsten Regionen Europas genüsslich ausbreiten. Stimmt leider nicht ganz. Die ersten Exemplare wurden bereits vor über 10 Jahren an Passer und Etsch gesichtet. Verantwortliche in Südtirol sprechen offen von einer ernstzunehmenden Plage. Denn wie beim Wendler hat das gierige Insekt vor allem eines im Sinn: immer und überall nur stechen!

Böse Zungen behaupten gar, dass ein gewisser Reinhold Messner den bis zu 8 Millimeter großem Aggressor ins Land geschleppt hat. Das hieße, dass der unfreiwillige Exoten-Import schon vor über 40 Jahren in Gang gekommen sein könnte. In einer Zeit, in der Warnmeldungen an zivile wie militärische Flugzeugbesatzungen – wie die nachfolgende – keine Seltenheit waren: “Achtung! Eine wichtige Durchsage an alle Piloten! Auf Ihrer Lieblingsreisehöhe von 10.000 Metern kommt Ihnen auf der linken Spur ein rauschebärtiger Mann entgegen. Bitte überholen sie nicht und halten Sie die Spur. Wir informieren Sie, sobald die Gefahr vorüber ist.”

Die Wechseljahre sind es nicht

Ist natürlich auch Blödsinn. Aber das alles Schlechte aus dem Osten kommt, darüber sind wir uns doch wohl einig, oder nicht? Nicht? Doch, doch! Ist so! Die Raablers fuhren kürzlich mal wieder in den warmen Süden, um den Wahrheitsgehalt der steilen These ausführlich unter die Lupe zu nehmen. Nach nur drei Tagen im mondänen Meran war es endlich soweit: Die Raablerine wurde hinterrücks von einer oder mehreren asiatischen Tigermücken (im berühmten Feucht-Biotop von Schloß Trautmannsdorf?) in den rechten Fußknöchel gestochen.

Merano

Was zunächst gar nicht weiter auffiel. Von angriffslustigen Tigermücken im Urlaubsidyll für Wanderer war bisher noch nie die Rede. Erst am Abend stellten sich gewisse Symptome ein. Im rechten Schuh wurde es plötzlich sehr eng. Der betroffene Fuß begehrte augenblicklich mehr Platz für sich. Begleitet von einem ausgewachsenen Juckreiz bis hin zur Schmerzgrenze. Und als Topping oben drauf eine leicht fiebrige Hitzeentwicklung im ganzen Körper. Bei 30 Grad Außentemperatur. Man gönnt sich ja sonst nix. Urlaub von Anfang an.

Tödliche Tigermücken-Stiche?

Die mit Vorfreude angedachte Urlaubsplanung für die kommenden Tage im Gebirg wurde durch freudloses Googeln substituiert. Eine intensive Internet-Recherche zog die Schlinge um den vermeintlichen Übeltäter immer enger. Bis es kaum mehr Zweifel gab. Mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit entpuppten sich aufmüpfige Tigermücken als Auslöser des Malheurs. Immerhin dämmerte es einem, mit welch’ unbequemen Gegner man es zu tun hatte.

Autobahn

Überflüssig zu erwähnen, dass das superschlaue Internet nicht mit Horror-Informationen zum Thema Tigermücken-Attacke geizte. Vom Verlust des Augenlichts, über Muskelschwund bis hin zur lebensbedrohlichen Sepsis waren es nur wenige Stationen. Das saß! Man beschloß, dem Notarztteam inklusive Rettungshubschrauber zunächst noch einen Tag Aufschub zu gewähren. Nach einer perfekt durchgeschlafenen Nacht stand man morgens um acht vor der nächstbesten verschlossenen Apotheke.

Cortison sei Dank!

Und die nächstbeste Apotheke in der Meraner Innenstadt mutierte im Handumdrehen zum echten Glücksfall. Eine überaus freundliche und kompetente Fachfrau schaute sich den Fall bzw. Raablerines Knöchel in aller Ruhe sehr genau an. Diagnose: Tigermücken-Überfall! Die empfohlene Cortisonsalbe brachte zügige Linderung. Wenigstens war damit die zweite Urlaubswoche gerettet.

Die zuvor wegen der plötzlichen Schwellung am Fuß neu erworbenen zwei Paar Trecking- und Wanderschuhe im Wert von knapp unter 1000 Euro sorgten nicht nur für eine symptomlindernde Stimmungsaufhellung bei der besten Lebensgefährtin von allen. Sie erfüllten auch nach dem Abschwellen der Gliedmaßen ihren Einsatzzweck. Noch mal Glück gehabt…

“Wohl dem, der immer noch meint, dass ihm das oder jenes nicht passieren kann.”
(Oscar Wilde, irischer Schriftsteller, 1854-1900)

Raabler-Blogpost:
Bilder aus Südtirol

Raabler-Web-Tipp:
Tigermücken in Südtirol

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