Und sonst so?

Umarme deinen Atem!

Atem

Hand auf die Raucherlunge: Hast du dich schon einmal in deinem Leben etwas näher mit dem besten Freund in dir – deinem Atem – beschäftigt? Treffer? Willkommen im Club! Warum fällt es den Menchen so schwer, sich einfach mal um das Nächstliegende zu kümmern? Tust du ja, wirst du jetzt sagen. Du trainierst dein Resthirn täglich mit intellektueller Lektüre wie BLÖD, Motzpo oder der lokalen Schülerzeitung. Bist auf allen Verschwörungskanälen im Internet unterwegs. Hast deinen Body-Mass-Index im Blick und modellierst deine Muskeln im Fitnesscenter – dem Kontakthof der Neuzeit. Bravo!

Aber das reicht natürlich nicht. Eine innere Stimme sagt dir unentwegt, dass irgend etwas nicht stimmt in deinem besch… Leben. Nur was? Und jetzt kommt auch noch diese verdammte Corona-Scheiße dazu. Immer wenn du irgendwo den blöden Mundschmutz aufsetzen musst, bekommst du Gefühle von Beklemmung bis hin zur Atemnot. Tja, mein Lieber, wenn’s dir dieser Tage schon schwerfällt mit dem Atmen, dann denk’ doch mal kurz an die bevorstehende Sommerhitze mit über 35 Grad.

Der richtige Corona-Atem

Kein schöner Gedanke, oder? Höchste Zeit also, sich in aller Ruhe mal intensiver mit deinem Atem auseinanderzusetzen. Er wird es dir danken und dich nicht nur leichter und (selbst)sicherer durch die Corona-Zeiten führen, sondern dich auch mit ewiger Schönheit, ewigem Reichtum und ewigem Leben belohnen. Du musst nur ganz fest daran glauben. Und natürlich die nachfolgenden Übungen in deine langweilige Corona-Tagesroutine einbauen.

Corona-Glaskugel

Eine gute Anfängerübung ist das Zählen der Atemzüge. Setze dich zu diesem Zweck vor deinen nagelneuen 4K-Fernseher, gehe auf RTL II und schau dir “Die Geissböcke – eine tierisch bekloppte Familie” an. Nimm den Ton weg. Entspanne dich. Greife zu deinem Smartphone und aktiviere die Stoppuhr-Funktion. Atme 25 Sekunden durch deine verstopfte Nase ein und 32 Sekunden durch den Mund wieder aus. Wichtig: Das Ausatmen sollte immer länger dauern als das Einatmen. Und klar, vorher die Fluppe ausdrücken…

Wenn du das nach einer gewissen Zeit ohne Anstrengung hinbekommst, kannst du nach eigenem Ermessen die Zeiten erhöhen. Beobachte dabei intensiv von außen die gewollte Verkrampfung von Zwerchfell und Muskulatur sowie die Überdehnung deiner Lungen. Wenn du nicht weißt, wo diese Organe liegen, klicke auf Google-Maps. Wiederholtes Schnüffeln während der Phase des konrollierten Einatmens erhöht den Ausstoß von Endorphinen. Wenn du nicht weißt, was Endorphine sind, dann klicke auf…

Die app-gestürzte Einschlaf-Atemtechnik

Im nächsten Step wartet die Wechselatmung auf deine Entdeckung. Verschließe zunächst dein rechtes Nasenloch mit dem linken Daumen. Du könntest auch deinen rechten Daumen nehmen, aber dann wär’s zu leicht. Atme nun über dein linkes Nasenloch für 25 Sekunden entspannt ein. Dann beide Nasenlöcher mit Daumen und Ringfinger verschließen und die Luft für 12 Sekunden anhalten. Nun das rechte Nasenloch wieder öffnen und zur Abwechslung mit dem rechten Daumen das linke Nasenloch schließen. Gib’ der Lunge Zeit sich in 22 Sekunden zu entleeren. Gut gemacht! Nun die gleiche Übung gegen den Uhrzeigersinn. Und immer hübsch mit der Stoppuhr-Funktion deines Smartphones kontrollieren – das entspannt zusätzlich.

Schlafstörungen nehmen zu

Zum Abschluss des dreistufigen Übungsintervalls eine Atemübung für ein nachhaltig besseres Einschlaferlebnis. Vorab: Gehe nie vor Mitternacht ins Bett, sondern schaue dir unbedingt vorher noch eine Empörungs-Talkshow (Raabler-Tipp: “Markus glänzt) an. Das erhöht automatisch deinen Wut-Puls und deine anschließende Sehnsucht nach erlösender Nachtruhe. Gönn’ sie dir mit Anleitungen aus der Yoga-Lehre. Bewährt hat sich die 8-14-16-32-Atemtechnik sowie die dazu passende Einschlaf-Atemtechnik-App mit gelegentlichen Werbeeinblendungen.

Atem-los durch die Nacht

Atme über deine immer noch verstopfte Nase ein und zähle bis acht. Halte für 14 Sekunden die Luft an. Atme für 16 Sekunden über den Mund aus. Zähle abschließend 32 Schäfchen. Diese Übung bitte fünf Mal wiederholen. Danach weitere fünf Einheiten – nun in umgekehrter Reihenfolge. Bei richtiger Ausführung spürst du ein leichtes Ohrrauschen beim Ausströmen der Luft aus deinen Lungen. Es könnte sich auch um einen beginnenden beidseitigen Tinnitus handeln.

Unter der bundesweit einheitlichen Notrufnummer 116 117 steht der ärztliche Bereitschaftsdienst bei Tag und bei Nacht zur Verfügung. Der Raabler wünscht “Gute Besserung” und stets eine Handbreit Wasser unterm Arsch!

“Ich kenne einen Kollegen, dem der Arzt dringend Ruhe verordnet hat. Er hat ein starkes Schlafmittel bekommen – für seine Frau.”
(Robert Lembke, deutscher Fernsehmoderator, 1913-1989)

Raabler-Blogpost:
Wege aus der Depression

Raabler-Web-Tipp:
Yogakurs mit Onka – Ladykracher

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.