Gesellschaft

Virologen entdecken neue Corona-Formel

Corona-Formel

Erste Hoffnungschimmer leuchten durch die dunkelgraue Wolkenwand am endlosen Pandemie-Himmel. Ein international besetztes Forscherteam unter Führung des Helmholtz-Zentrums für Infektionsforschung in Braunschweig verkündete am 1. Mai 2020 die bahnbrechende Entdeckung einer ultimativen Corona-Formel. Sie lautet: Ja. Nein. Vielleicht. Bis es zu diesem finalen Durchbruch kam, mussten unendlich lange Testreihen an lebenden wie toten “Versuchskaninchen” in den verschiedenen High-Tech-Laboren durchgeführt werden. Ein Glück, dass den Epidemiologen allzeit ein Reservoir von Lebensmüden zur Verfügung steht, die sich für eine geringe Aufwandsentschädigung dem russischen Roulette stellen.

Schließlich ist es für den guten Zweck. Menschen bis in den kleinsten Winkel unserer Erde brauchen in diesen Krisenzeiten verlässliche und belastbare Aus- und Ansagen zur nachhaltigen Bewältigung der Virus-Pandemie. Jede schleichende Abweichung vom Konsens, jede in den Raum geworfene Verschwörungstheorie, jede von Eitelkeiten durchtränkte Einzelmeinung vermeintlich hoch angesehener Pathologen gefährdet den gesellschaftlichen Schulterschluss. Darum wurde es höchste Zeit für diese Corona-Formel: Ja. Nein. Vielleicht.

Bloß keinen shitstorm provozieren!

Von allerhöchster Wichtigkeit ist die intellektuelle Akzeptanz der neuen Formel. Sie darf auf keinen Fall Angriffsflächen für notorische Besserwisser bieten. Lücken bzw. Schwachstellen in wissenschaftlich aufbereiteten Kausalketten und daraus ggf. resultierende shitstorms in den asozialen Medien galt und gilt es zu vermeiden. Gewichtungen in den relevanten Bewertungskriterien zur Einschätzung der Gefahr haben aus diesem Grunde täglich zu wechseln.

Corona-Virus

Alles andere wäre als absolut fahrlässig einzustufen und würde dem Leichtsinn innerhalb gewisser, vom normalen gesellschaftlichen Leben brutal abgehängter, Bevölkerungsschichten (z.B. Hamburger Millionäre mit Alstervilla und Zweitwohnsitz in Kampen/Sylt) unnötig Vorschub leisten. Wehret den Anfängen! Dank der unschlagbaren Corona-Formel konnte dieses Credo nun endlich mit Leben erfüllt werden. Ja. Nein. Vielleicht. Dagegen ist kein Unkraut gewachsen.

Corona-Formel contra Depression

Ein granitener Stützpfeiler zur Untermauerung der alles überstrahlenden Corona-Formel bildet, wie bereits angedeutet, ein auskömmlich breiter Schatz unterschiedlichster Kennziffern zum Virusgeschehen. Diese dürfen niemals auf einen Schlag in den Clickbait-Medien zur Aufführung gelangen. Geistige Überforderung, temporäre Erschöpfungszustände bis hin zur ausgewachsenen Depression sind das Letzte, was eine freiheitlich-fortschrittliche Gesellschaft am Scheitelpunkt ihrer Arroganz gegenüber der Schöpfung gebrauchen kann.

Frau mit Depression

Dosierung lautet darum das Zauberwort. Haben sich die Menschen über einen bestimmten Zeitraum erst einmal mit Begriffsmonstern wie Verdopplungszeit, Reproduktionszahl, kumulierte Fallzahl, exponentielles Wachstum, Herdenimmunität, Durchseuchung, Zuwachsraten 1 + 2 in der Ansteckungsdynamik, #flattenthecurve, Verzerrung durch Wochenendeffekte oder Mortalitätsrate vertraut gemacht, so kann diese Gewöhnung erheblich zu einer wünschenswerten Versachlichung in der Corona-Debatte beitragen. Ein altes Sprichwort aus dem ehrenwerten Hause der Heuschrecken-Makleragentur First Boston Consulting Group besagt: Emotionen werden nicht honoriert! So sieht’s aus!

Mehr Hobby-Virologen als Bundestrainer

Sind o.a. Bestimmungsfaktoren im grünen Bereich und signalisieren vermeintlich ein Beherrschen der Krise, so sind je nach streng wissenschaftlicher Dringlichkeit und politischer Opportunität weitere begriffliche Hürden in den Corona-Parcours einzubinden. Das hält die Bevölkerung unmerklich auf Trab und garantiert, dass Durchhaltevermögen und Konzentration im Hinblick auf die Bekämpfung der Pandemie ein gewisses Level halten.

Als aktuellste Beispiele seien an dieser Stelle begriffliche Newcomer wie Übersterblichkeitsrate, Prävalenz und Manifestationsindex ins Feld geführt. Klingt sympathisch und weckt die Neugierde eines jeden Hobby-Virologen. Davon soll es übrigens laut Statistischem Bundesamt innerhalb der Volksgemeinschaft der Bundesrepublik Deutschland mittlerweile schon mehr geben als Fußball-Bundestrainer. Geht doch!

Triebe

“Der Unwissende hat Mut, der Wissende hat Angst.”
(Alberto Moravia, italienischer Schriftsteller u. Politiker, 1907-1990)

Raabler-Blogpost:
Corona-Virus kann so schlimm nicht sein!

Raabler-Web-Tipp:
Corona rettet die Welt

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