Adam & Eva

Wo Hamburg flirtet

Männer sind anders, Frauen auch

Man trifft sich zum Flirten in der Bar Burnout in Hamburg

Was gibt es Schöneres, als sich nach einem anstrengenden Arbeitstag zusammen mit Kollegen oder Freunden in Hamburg zu einem Feierabend-Cocktail oder -Bier zu verabreden? Die Vorfreude steigt im Laufe des Tages, weil man ahnt, dass es sich auch heute wieder lohnen wird, in der „Bar Burnout“ vorbei zu schauen.

Nettes Ambiente, cooles Interieur, freundliches und aufmerksames Personal hinter dem Tresen und vor der riesigen, beleuchteten Wand mit hunderten verschiedenen „Wässerchen“ aus aller Herren Länder, Lounge-Möbel, Lederbänke, der Blick schweift über die Binnenalster mit der berühmten Fontäne mittendrin. Das sind die Basics. Das Sahnehäubchen obendrauf bildet wie überall – so auch hier – das bunt gemischte Publikum. Der Beobachter schweigt und genießt, denn…

…hier zeigt sich der altgediente 58jährige verheiratete (zwei Kinder) Investmentbanker aus Hamburg mit seiner 30 Jahre jüngeren Affäre aus der Vermögensverwaltung, der smarte 55jährige verheiratete (zwei Kinder) Geschäftsführer einer Maschinenbaufirma mit seiner 30 Jahre jüngeren Affäre aus dem Sekretariat, der 52jährige verheiratete (zwei Kinder) Art-Direktor mit seiner 30 Jahre jüngeren Affäre aus der Grafik-Abteilung, der 48jährige verheiratete (zwei Kinder) Ressort-Leiter Kultur aus der Papier verarbeitenden Industrie mit der 25 Jahre jüngeren Volontärin (Hast du’s gemerkt? Ich hab’ den Altersunterschied geschrumpft) aus dem gleichen Verlagshaus.

Offene Zweierbeziehung

Rotlicht ist in Hamburg (fast) überall

An diesem magischen Ort zelebriert man den Opener für einen gelungenen Fremdgeh-Abend. Gegen 23 Uhr ist gemeinsamer Aufbruch Richtung S-Klasse, SUV, Cabriolet oder auch Stundenhotel (je nach Zeitfenster) angesagt. Man amüsiert sich beim feucht-fröhlichen Austausch von Körperflüssigkeiten und erneuert so lang es eben geht den überlebenswichtigen Schwur des gegenseitigen Dichthaltens gegenüber Kollegen, Freunden, flüchtigen und näheren Bekannten. Und was fehlt jetzt noch? Ach, ja, gegenüber der Ehegattin. Natürlich, fast hätte es der Raabler vergessen.

„Erleichtert“ und ausgeglichen kehrt der Mann also wieder in den Schoß seiner Familie zurück. Wenn er Glück hat, tut Frau so, als ob sie bereits schläft. Wenn nicht, muss er beim Zurückschlagen der vertrauten Bettdecke den Anlass seiner erneuten Überstunden in routinierten Sätzen erläutern. Ehefrau nickt, denkt sich ihren Teil oder denkt nicht weiter drüber nach – je nach Lebenserfahrung und/oder eigenem Fremdgeh-Verhalten (siehe Extra-Raabler-Blogpost “Offene Zweierbeziehung”). Licht aus.

Paar in der Bar Burnout in Hamburg
Nach einem anstrengenden Arbeitstag ist nichts entspannender als der Flirt mit einer jungen, attraktiven Kollegin aus dem Büro. Wo geht das besser als in der Bar Burnout in Hamburg? Illustration: Felix Gröger

Sie macht einen exzellenten “Job”

Die blonde, brünette, kastanienbraune oder schwarzhaarige Affäre mit der Fitnessstudio-Figur hat es – zumindest auf den ersten Blick – leichter. Sie kehrt, überhäuft mit anerkennenden Worten über ihren exzellenten „Job“ (beruflich wie privat) in ihre leere Single-Designer-Wohnung mitten in Hamburg zurück. Keiner stellt blöde Fragen, der Kater maunzt vor sich hin und verlangt zum Ausgleich für sein in Geduld ertragenes Alleinsein eine Extra-Portion „Feine Filets in Classic Soup“.

Es wird noch schnell der Flat-TV mit den üblichen belanglosen Spätnachrichten angestellt, dazu eine Piccolo-Flasche „Pommery Brut Royal“ zusammen mit einer Handvoll Lieblingschips auf den Tisch. Das gewohnte „Ich-bin-es-mir-wert-und-kann-es-mir-auch-noch-leisten-Ritual“ nach solchen Abenden – verbunden mit der Hoffnung, schnell in den Schlaf zu finden. Doch der ist mal wieder scheu wie ein Reh und lässt auf sich warten.

Jetzt schnell noch eine Whatsapp-Message auf das Zweit-Smartphone vom Chef, um den ersten Einsamkeitsschub zu lindern? Ach, er liest es ja heute Abend doch nicht mehr. Frühestens morgen auf der Fahrt ins Büro. Dann kann sie es ihm auch gleich selber sagen. Dass sie es satt hat und er sich äußern soll, wie es nun weitergeht mit ihnen. Ob er sich innerhalb einer XY-Zeit von seiner Familie trennen wird, um mit ihr ein neues Leben zu beginnen, eine Familie zu gründen, mit einem Haus im Grünen, aber in Großstadtnähe. Das ganze Programm eben.

Und wie sie sich in solchen Momenten mit solchen Gedanken selber blöd und naiv vorkommt. Alles riecht und schmeckt nach Kitsch. Das Beste an Rosamunde Pilcher sind die atemberaubenden Landschaftsaufnahmen.

Anbändeln 4.0

Man könnte jetzt noch mehr vertiefen, aber mehr als ein Vorspiel hatte der Raabler an dieser Stelle nicht vorgesehen. Vorspiel für was? Die oben erwähnten „Fallbeispiele“ aus der bunten Welt der Beziehungskisten kennt Mann/Frau ja zur Genüge. Wie aber sieht es aus, wenn sich die Geschlechter zum ersten Mal z.B. in einer Bar begegnen? Was passiert, wenn sich zwei Augenpaare treffen, von weit her oder von näher dran? Und verdammt noch mal: Wieso ticken Frauen und Männer so vollkommen unterschiedlich? Fragen über Fragen.

Wie kann man die Nähe eines Zwiegesprächs im plötzlich nervigen Gebrabbel der vielen Gäste herstellen, wenn man blöderweise nicht mal mehr nach Feuer fragen bzw. Feuer anbieten darf? Rauchen ist in der Lokalität selbstverständlich verboten. Soll Mann der Auserwählten seine vollgeladene Powerbank zur Verfügung stellen, weil er sich heimlich per Spezial-App und bluetooth in ihr Smartphone einloggen konnte, um festzustellen, dass ihr Akku mit lediglich 18% Rest-Energie vor sich hin dümpelt?

Erstes Etappenziel: Gesprächsdistanz erzielen

Unterhaltung in der Bar Burnout in Hamburg
In der bekannten “Bar Burnout” in Hamburg darf selbstverständlich nicht geraucht werden. Das Bild mit dem qualmenden Raabler ist somit nur für die Show. Illustration: Felix Gröger


Soll Frau den Mann per Zeichensprache zu sich her lotsen, weil ihr den ganzen Abend schon aufgefallen war, dass er sie in Körperstatur, Mimik und Gestik sehr stark an ihren Lieblingsonkel aus Hamburg erinnert, als der vor über 15 Jahren Deutschland den Rücken kehrte, um in einem indischen Ashram sein Lebensglück zu finden? Und dann wird sie später auch noch verblüfft feststellen, dass seine Stimme nahezu identisch mit diesem Jörg ist. Der Raabler verzettelt sich. Alles Blödsinn, alles Theorie! Schnitt!

Gut, man ist sich endlich (wie und warum auch immer) näher gekommen. Gesprächsdistanz wurde erzielt. Nochmal gut, das wildfremde Duo fällt sich nicht gleich in die Arme und herzt und küsst sich. Aber was noch nicht es, darf ruhig als machbares Etappenziel in Richtung Mitternacht im Raum stehen. Wie sieht nun so ein typischer Gesprächsverlauf zwischen Mann und Frau aus? Sind Aussprache und Denke identisch. Und wenn ja, warum nicht?

Frau sagt: „Hi, bist du zum ersten Mal hier?“
(Frau denkt: Blöde Frage. Ich hab’ den Typen noch nie zuvor hier gesehen und ich bin regelmäßig hier…egal.)
Mann sagt: „Ich war schon ein paar Mal hier, meistens Freitags“
(Mann denkt: Nichts)
Frau sagt: „Ach, Freitags immer. Ist ganz nett hier, oder?“
(Frau denkt: Wenn’s ihm nicht gefallen würde, wäre er ja wohl nicht hier. Arg…)
Mann sagt: „Ja, nettes Publikum. Altersmäßig so schön gemischt.“
(Mann denkt: Auffallend viele hübsche junge Mädchen um uns herum. Echt gut. Typisch Hamburg.)
Frau sagt: „Ja, finde ich auch“
(Frau denkt: Leider sehr viele junge, hübsche Mädchen hier, die ihren Arsch präsentieren. Scheiße!)
Mann sagt: „Und, bist du auch öfter hier anzutreffen?“
(Mann denkt: Falls ja, sieht man sich vielleicht auch noch weitere Male und könnte sich locker verabreden.)

Bar Burnout in Hamburg
Auch wenn die Gesprächspartnerin überaus nett, sympathisch und gutaussehend daher kommt, wird MANN doch wohl noch andere Gästinnen abchecken dürfen, oder?
Illustration: Felix Gröger

Frau sagt: „Meistens am Wochenende, Freitags oder Sonnabends, dann ist die Mucke auch besser als in der Woche. Außerdem finde ich unter der Woche niemanden, der mitkommt. Meine Freundinnen arbeiten so wie ich ziemlich lange – und dann sind wir zu kaputt zum Losgehen. Obwohl Hamburg doch so viel zu bieten hat.“
(Frau denkt: Er ist ja bisher nur Freitags hier gewesen, da muss ich ihm ja nicht gleich aufbinden, dass ich natürlich auch so manchen Mittwoch und Donnerstag hier aufschlage. In der Woche laufen manchmal interessantere Typen hier rum als am Wochenende, wenn sogar Pinneberg und Buxtehude sich hier blicken lassen. Pi und alles was über die Elbbrücken geht, ist für mich als waschechte Hamburgerin eine no-go-area. Die Pinneberger nerven und Buxtehude hat zwar eine schöne Altstadt – aber bitte nur für 3 Stunden und husch wieder zurück. Total provinziell alles. So, und nun habe ich ja schon mal das Thema „Arbeit“ dezent angeschnitten und hoffe auf die fällige Frage seinerseits, was ich denn so mache…beruflich…und dann kann ich ihn auch endlich fragen. Ich will das jetzt wissen. Er sieht ja ganz sympathisch aus. Vielleicht ist er Banker? Bestimmt Akademiker…aus Hamburg…hoffe ich.)
Mann sagt: „Ach, du hast also auch einen Stressjob? Ist doch schade, wie viel Zeit man für’s Geldverdienen vergeudet. Man sollte sich nicht zu sehr knechten lassen und auch ruhig mal in der Woche losgehen. Altenheim kommt früh genug (grinst). Was machst du denn so jobmäßig?“
(Mann denkt: Nichts)
Frau sagt: „Ich arbeite als Texterin in einer Werbeagentur. Acht-Stunden-Tag gibt’s bei uns natürlich nicht. Ständige Meetings, flexible Arbeitszeiten, auch mal am Wochenende arbeiten kommt vor, Überstunden werden natürlich nicht extra vergütet, das ganze Programm eben. Aber gutes Betriebsklima, junges Team, wir verstehen uns gut, flache Hierarchien, alle per du. Nur der Chef wird manchmal zum Choleriker, wenn’s nicht nach seinem Gusto läuft und ihm ein Auftrag durch die Lappen geht. Kommt zum Glück nicht zu häufig vor.“
(Frau denkt: Na, geht doch. Er hat nach meinem Job gefragt und ich kann nun völlig unverfänglich nachlegen und mich nach seinem erkundigen. Das ist schon mal die halbe Miete und wir sitzen erst seit 5 Minuten an der Bar. Prima. Dass ich mich gelegentlich mit meinem Chef zum Vögeln im Elysee treffe, muss ich ihm ja nicht heute Abend…wenn überhaupt…auf die Nase binden. Diese Affäre – und nur deshalb ist Chef ab und zu übellaunig, weil seine Frau was ahnt aber nichts Konkretes weiß, ihn aber ständig mit Eifersüchtelein in den Ohren liegt – hat eh’ keinen Sinn, bringt mir aber zumindest ein paar kleine Vorteile am Arbeitsplatz und überbrückt so manche Langeweile und innere Leere in meinem Leben. Hach, ich finde den Typ neben mir grad richtig nett und er kommt recht selbstbewusst rüber. Hübsches Lächeln hat er auch. Ob er mich auch zum Lachen bringen kann? Gut, dass Sarina heute Abend früher gegangen ist und ich noch geblieben bin. Sarina, phhh, meine beste Freundin, die hätte ihn gleich mit ihren großen blauen Augen hypnotisiert und das Gespräch an sich gerissen, wie sie es immer macht. Das wäre sehr anstrengend geworden. Und zum Schluss, wenn’s drauf ankommt, hätte sie wie gewohnt den Kürzeren beim Mann gezogen, weil ich einfach hübscher bin als sie, schlanker, sportlicher. Und obwohl sie das weiß, macht sie mir stets auf’s Neue Vorwürfe, z.B. neulich auf der Toilette beim Nachschminken, ich wäre egoistisch, kühl, berechnend und nur auf Männer aus. Einmal hat sie mir sogar an den Kopf geworfen, ich wäre absolut „schwanzgesteuert“! Ja, das wirft die mir an den Kopf, die dumme Pute. Soll sich doch mal selber anschauen, die blöde Kuh. Hab’ ich geantwortet: „Besser schwanzgesteuert, als „cuv“! Da fragt die mich, was das denn wohl bedeuten würde? „Chronisch untervögelt, meine Liebe!“ Na, ihr könnt euch vorstellen, was da auf dem Klo los war. Was für ein Glück, dass die mich heute nicht nerven kann. Ich krieg’ schon wieder rote Flecken am Hals, wenn ich nur an sie denke…Tusse!)
Mann sagt: „Du machst also was mit Medien. Wie groß ist denn eure Agentur?“
(Mann denkt: Nichts)
Frau sagt: „Angefangen sind wir mit 5 Mitarbeitern + Chef vor 8 Jahren. Jetzt arbeiten wir mit insgesamt 15 Kreativen auf zwei Etagen. Läuft also. Und bei dir? Was machst du so beruflich?“
(Frau denkt: Jetzt bin wirklich gespannt wie’n Flitzebogen. Vielleicht tatsächlich Banker, hoffentlich nicht Versicherungen, vielleicht wissenschaftlicher Mitarbeiter in der Forschung an der Uni, Architekt, Arzt könnte ich mir auch gut vorstellen bei ihm, Privatklinik. Oder Geschäftsführer, was mit Medien käme auch in Frage, oder Eventmanagement? Irgendwie was Höheres jedenfalls. Wäre ja nicht schlecht, bin wirklich ein bisschen aufgeregt grad…)

Wenn du wissen willst, wie der Flirt zwischen den beiden weitergeht, dann klicke bitte auf den unten stehenden Link im grünen Kasten (Raabler-Blogpost). Viel Spaß beim Lesen!

„Wenigstens in einem Punkt sind Männer und Frauen sich einig: beide misstrauen den Frauen.“
(Jean Genet, französischer Romanautor, Dramatiker und Dichter, 1910-1986)

Raabler-Blogpost:
Heiteres Beruferaten in der „Bar Burnout“

Monolog
Es ist ja, wie es ist: Am Anfang fliegen sich die Herzen zu, im Himmel ist Jahrmarkt und bunte Schmetterlinge absolvieren die wildesten Flugmanöver in der Magengegend…
Zwiegespräch
Nach der ersten Euphorie (gewöhnlich nach 3 bis 4 Tagen) und dem weltbesten Sex gibt’s den ersten Stress zwischen Mann und Frau…
Autofahrer
Um die Frauen braucht Mann sich keine Sorgen machen. Die haben tausend Freundinnen zum Ausheulen. Und weil sie schlau sind, wissen sie längst:
Aus dem Tal der Tränen führt nur der real-satierische “Raabler-Blog”.
Was aber macht der (lesefaule) Mann? Wenn er Glück hat, zieht er sich mit einem Freund in seine Schmollhöhle zurück. Wenn er Riesenglück hat, schaut auch er beim “Raabler” vorbei. Und, schwupps, da ist sie wieder:
DIE GUTE LAUNE!!
Hotel Mama
HURRA. JUBILÄUM!!
DER POSSIERLICHE RAABLER HAT SEINEN 200. BLOGBEITRAG GEPOSTET.

ALLE SEINE LESERINNEN/LESER SIND RESTLOS BEGEISTERT!
ALLE? NA, GUT, FAST ALLE!
KLICKE HIER UND SCHAU’, WAS ANDERE ÜBER DEN RAABLER SAGEN!